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Ein guter Platz für einen Künstler

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Von: Jens Joachim

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Daniel Cohen ist ab Oktober neuer Generamusikdirektor des Staatstheaters Darmstadt.
Daniel Cohen ist ab Oktober neuer Generamusikdirektor des Staatstheaters Darmstadt. © Benjamin Ealovega (Extern)

Neuer Generalmusikdirektor stellt sich dem Ensemble des Staatstheaters Darmstadt vor.

Ein wenig aufgeregt und nervös sei er schon gewesen, bekannte Daniel Cohen, nachdem er sich am Mittwochvormittag als künftiger neuer Generalmusikdirektor des Staatstheaters Darmstadt im Foyer des Großen Hauses dem Theaterensemble vorgestellt hatte. Nicht die Musik habe ihm Sorgen bereitet, sagte der 34-jährige Israeli, sondern, dass er seine Ansprache auf jeden Fall in deutscher Sprache halten wollte. Beides gelang dem früheren Assistenten von Daniel Barenboim und Pierre Boulez mit Bravour. Zum Auftakt dirigierte er eine Komposition für sechs Instrumente von Boulez. Danach spielte das Staatsorchester Darmstadt unter Cohens Leitung Wolfgang Amadeus Mozarts „Linzer“-Sinfonie Nr. 36. Und die Zuhörer hatten den Eindruck, als ob Orchester und Dirigent schon seit längerer Zeit ein eingespieltes Team sind.

Einer der Orchestermusiker berichtete später von einer „magischen Euphorie“ bei den Proben. Cohen sagte, er habe das Gefühl, Darmstadt sei „ein guter Platz, wo man Künstler sein kann“. Intendant Karsten Wiegand bezeichnete den Dirigenten als „Naturtalent“.

Cohen tritt sein Amt im Oktober an. Sein Vertrag gilt zunächst bis 2023. Wiegand berichtete, dass eine erste Bewerberrunde ohne Ergebnis geblieben sei. Das Staatstheater wollte die Spielzeit 2018/2019 daher eigentlich ohne Generalmusikdirektor bestreiten. Eine Findungskommission habe dann aber für eine zweite Bewerbungsrunde zwei Kandidatinnen und vier Kandidaten ausgewählt. Nachdem eine Bewerberin ein anderes Angebot angenommen hatte, blieben zuletzt nur noch fünf Bewerber für den Posten des Generalmusikdirektors übrig. Cohen folgt auf Will Humburg, der Darmstadt in diesem Sommer verlassen hat.

Cohen berichtete am Mittwoch, er sei in eine nichtmusikalische Familie hineingeboren. Mit sechs Jahren habe er gelernt, Violine zu spielen. Vom 14. Lebensjahr an besuchte er eine Musikakademie in Tel Aviv. Mozarts „Linzer“-Sinfonie, die Cohen bei seinem Debüt am 18. und 19. November im Großen Haus dirigieren wird, sei die erste Sinfonie gewesen, die er als 16-Jähriger dirigiert habe. „Sie hat daher einen besonderen Platz in meinem Herzen“, sagte Cohen, der einen präzisen, den Musikern zugewandten und bisweilen auch minimalistischen Dirigierstil pflegt.

Am 8. Dezember wird Cohen dann die Premiere von Giuseppe Verdis „Ein Maskenball“ im Großen Haus dirigieren. Seine erste Saison wird er mit Brahms‘ erster Sinfonie sowie mit Neuproduktionen von Verdis „Maskenball“ und Dvoraks „Rusalka“ beginnen.

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