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Auf gute Nachbarschaft

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Das Mornewegviertel ist nicht nur eines der kleinsten Viertel in Darmstadt, sondern auch eines mit besonderen Problemen. Die Stadt will Abhilfe schaffen.

Das Mornewegviertel ist nicht nur eines der kleinsten Viertel in Darmstadt, sondern auch eines mit besonderen Problemen. Die enge Nachbarschaft der Straßenprostitution in der Bismarckstraße und Kirschenallee, der Darmstädter Tafel, der Gesundheitsengel, die ehrenamtlich Bedürftige medizinisch versorgen, einer Obdachlosenunterkunft und der Suchtberatung führen immer wieder zu Beschwerden von Anwohnern. Diesen Problemen widmete der Gleichstellungsausschuss in seiner jüngsten Sitzung ein besonderes Augenmerk.

Hilfe durch Beratungsstelle

Bereits im November hatte Sozialdezernent Jochen Partsch (Grüne) darauf gedrungen, das Pallaswiesen- und Mornewegviertel in das Bund-Länder-Programm Soziale Stadt zur Städtebauförderung aufzunehmen. Das Programm könnte allerdings frühestens in ein bis zwei Jahren starten. Bis dahin sind verschiedene kurzfristige Maßnahmen geplant.

In Zusammenarbeit mit dem Verein Horizonte soll eine neue Clearingstelle eingerichtet werden. Besuchern der Darmstädter Tafel, aber auch Anwohnern, wird in dieser Erstberatungsstelle zukünftig bei Fragen zur Existenzsicherung, Wohnungslosigkeit oder Schulden ein erster Rat und Unterstützung angeboten.

Vor allem die Situation der Prostituierten im Mornewegviertel stand im Vordergrund. Langfristig soll ihnen Gesundheits-, Rechts- und Lebensberatung, Gewaltschutz und Hilfe zum Ausstieg angeboten werden.

Container mit Toiletten

Vor allem, stellte die Vorsitzende des Ausschusses, Annemarie Fischer, fest, ginge es nun aber um eine rasche Verbesserung ihrer Arbeitsbedingungen und besonders der hygienischen Verhältnisse. Im Moment sei die Toilette der nahen Aral-Tankstelle eine belebte Anlaufstelle, "weil sie sich da überhaupt einmal die Hände waschen können". Abhilfe geschaffen werden soll durch einen Sanitärcontainer mit Toiletten und Waschbecken direkt vor Ort. Es müsste aber dringend darauf geachtet werden, "dass nicht ein neuer Bedrohungsraum entsteht", erklärte Darmstadts Frauenbeauftragte Sabine Eller. Für gewalttätige Freier könnte ein sichtgeschützter Container schließlich auch eine Einladung sein.

Immerhin, erklärte Jochen Partsch, sei die Situation in Darmstadt "nach Informationen aus der Szene" nicht so brutal wie etwa in Frankfurt oder Mannheim. Dennoch sei Gewalt gegen Prostituierte ein ernstzunehmendes Problem. An den Magistrat erging daher die Bitte, für die Umsetzung der Projekte "innerhalb des Jahres 2010 Sorge zu tragen". Freilich könne das nur ein erster Schritt sein, erklärte Dezernent Jochen Partsch. "Aber er ist dringend notwendig." (eda)

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