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Gürtel-Peter will aufhören

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Nach 33 Jahren schließt der Handwerker Peter Franzen, besser bekannt als Gürtel-Peter, sein allseits bekanntes Geschäft in der Innenstadt.

Er ist eine Institution in Darmstadt. Wer kennt ihn nicht, den Gürtel-Peter? Das ist doch der in der Schuchardstraße, in diesem engen, langgezogenen Ladengeschäft. Der mit der riesigen Gürtelauswahl. Manchmal ist er ein bisschen knurrig drauf, aber sonst: ein super netter, offener und lustiger Typ, der gerne hilft und berät.

So oder ähnlich hören sich die Kommentare an, wenn Darmstädter auf den Mann zu sprechen kommen, der eigentlich Peter Franzen heißt. Den Namen „Gürtel-Peter“ hat er von seinen Kunden verpasst bekommen, und irgendwann dann auch in großen Lettern über seinen Laden geschrieben.

Nach 33 Jahren schließt er nun sein Geschäft. Er ist jetzt 73 Jahre alt und es reicht ihm einfach. „Irgendwann ist Schluss“, sagt Franzen. Seinen Hauptumsatz hat er indes nicht mit dem Verkauf von industriell gefertigten Gürteln, Geldbörsen, Taschen, Hosenträgern oder Tüchern gemacht, sondern mit Leder-Reparaturen, Maß- und Spezialanfertigungen, die er als gelernter Betriebs- und Maschinenschlosser zuhause, in seiner Werkstatt in Otzberg-Lengfeld, wunschgemäß herstellt. „Wenn hier zwanzig Leute reinkommen, will jeder etwas anderes“, erzählt Franzen aus seinem Alltag in der Schuchardstraße. Der eine braucht einen Bändel für seine Motorradtasche, der andere will Zaumzeug reparieren lassen. Sogar ein Piercing kann man hier bekommen.

Den Laden, der zum benachbarten „Bären Treff“ gehört, wird er ausräumen und den Restbestand dem Roten Kreuz stiften. Dann will Franzen sich zurückziehen und sich dem Tier- und Naturschutz und seinen künstlerischen Neigungen widmen. (eda)

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