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Ein privater Holzhacker im Dieburger Forst.

Darmstadt-Dieburg

Günstiges Holz aus dem Wald

Trotz niedriger Heizölpreise ist selbst geschlagener Brennstoff gefragt. Den Selbstwerbern teilt der Revierförster im Wald einen bestimmten Schlagabraum zu. So nennen die Forstleute bereits am Boden liegende Stämme und Äste.

Für manche Familienväter ist es seit Jahren Brauch, sich das Brennholz für den Kamin selbst aus den Wäldern zu holen. Das geht selbstverständlich nur mit Genehmigung des Revierförsters. Auch jetzt, da die Preise für Heizöl so niedrig sind wie schon lange nicht mehr, ist Brennholz aus den heimischen Wäldern in Südhessen nach wie vor gefragt.

Im Forstamt Darmstadt, das die Wälder der Westkommunen im Landkreis Darmstadt-Dieburg betreut, holen sich derzeit 300 Menschen mit Genehmigung regelmäßig ihr Brennholz aus dem Forst, berichtet Produktionsleiter Hilmar Branz. „Die Zahl ist relativ konstant. Aber wir erreichen bei weitem nicht die Zahlen des Forstamtes in Dieburg. In dem ländlicheren Bereich holen sich doch noch viel mehr Leute ihr Holz direkt aus dem Wald.“

In den vergangenen Jahren ist beim Forstamt Dieburg, das in neun Revieren 15 000 Hektar Wald betreut, die Nachfrage nach Brennholz sprunghaft gestiegen. Die Zahl der sogenannten Selbstwerber, die sich selbst das Brennholz zurechtsägen und einsammeln, ist auf weit mehr als 2000 gewachsen, wie der für die Holzvermarktung zuständige Forstoberrat Thomas Schmalenberg auf Anfrage sagt.

Alle diese Holzsammler für den Eigenbedarf mussten erst einen Kurs für die fachgerechte Bedienung von Motorsägen beim Forstamt absolvieren oder nachweisen, bevor sie in den Wald gelassen wurden. Die Schnellkurse in Sägebedienung schienen den Forstleuten geboten, als vor gut einem Jahrzehnt wegen der gestiegenen Heizölpreise ein regelrechter Boom für das private Holzhacken ausbrach, da in den Wohnungen eiserne Bulleröfen installiert, Kamine und Kachelöfen eingebaut wurden. Für Ungeübte ist die Verletzungsgefahr beim Hantieren mit der Motorsäge sehr groß.

30 Euro pro Raummeter

Den Selbstwerbern teilt der Revierförster im Wald einen bestimmten Schlagabraum zu. So nennen die Forstleute bereits am Boden liegende Stämme und Äste. Dieses Holz wird allerdings nicht mehr pauschal gegen einen bestimmten Betrag vergeben. Vielmehr muss das aufbereitete Brennholz aufgeschichtet werden, damit die Forstleute die Raummeter ermitteln können.

Der Raummeter (Kubikmeter) Buchen-Brennholz kostet zum Beispiel derzeit 30 Euro. Das ist etwa ein Drittel des Preises für normales Brennholz dieser Klasse. Wenn das Holz aus dem Wald geholt ist, sollte es ein Jahr trocken gelagert sein, damit es ohne viel Qualm seine Feuerkraft entfalten kann. Frisch aus dem Wald in den Ofen geht also beim Einheizen in den Wohnungen nicht.

Dafür nehmen nicht nur Männer in den Wintermonaten die Mühe in Kauf, sich bei der Arbeit in den Wäldern einzuheizen. Auch Frauen sind unter den Kursteilnehmern beim Forstamt und haben gelernt, mit den Motorsägen umzugehen. Wegen der großen Nachfrage waren Frauen sogar schon zu einem eigenen Kurs eingeladen worden.

Auskunft geben die zuständigen Forstämter. Übersicht im Internet auf der Seite www.hessen-forst.de. (eda)

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