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Grundwasser mit Überdosis

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Das Grundwasser in Darmstadt kann örtlich stark mit Nitrat belastet sein. Das haben Messungen des Vereins zum Schutz des Rheins ergeben.

Das Grundwasser in Darmstadt kann örtlich stark mit Nitrat belastet sein. Das haben Messungen des Vereins zum Schutz des Rheins ergeben. Demnach enthielt das Wasser aus einem privaten Brunnen in Darmstadt 75 Milligramm Nitrat pro Liter. Gemäß einer Richtlinie der Europäischen Union sollen es nicht mehr als 50 Milligramm sein; für Trinkwasser wird eine maximale Konzentration von 25 Milligramm pro Liter empfohlen.

Der Verein zum Schutz des Rheins hat im Westen Darmstadts und im Ried schon Werte bis über 200 Milligramm ermittelt. Nach Angaben des hessischen Umweltministeriums besteht dort in zwölf von insgesamt 13 Grundwasservorkommen Gefahr, die Richtlinie zu verfehlen.

Dünger aus der Landwirtschaft

Für das Grundwasser unter einem Großteil von Darmstadt hat das Hessische Landesamt für Umwelt und Geologie eine "potenzielle Verschmutzung durch diffuse Quellen" festgestellt. Es gibt also keinen einzelnen klar auszumachenden Verunreiniger, etwa einen Industriebetrieb, sondern viele Quellen aus der Landwirtschaft, deren Stickstoffdünger in die Tiefe geschwemmt werden.

Seit den 60er Jahren hat der Einsatz solcher Düngemittel stetig zugenommen, bis in Deutschland mit der 1996 erlassenen Düngemittelverordnung gegengesteuert wurde. Die Fließzeit vom Boden durch die Deckschichten bis ins Grundwasser kann jedoch Jahrzehnte betragen. Entsprechend langsam wirken sich Veränderungen aus.

Für Menschen ist Nitrat zunächst wenig schädlich, kann sich aber im Körper zu giftigen Stoffen umwandeln. Im Darmstädter Trinkwasser liegt die Belastung deutlich unter dem Grenzwert. Das betont der südhessische Versorger HSE, der den Nitratgehalt mit 13 Milligramm pro Liter angibt - weit unterhalb des kritischen Werts. Das Trinkwasser werde aus deutlich tieferen Regionen als bei privaten Brunnen gefördert.

Brunnenwasser sollte also nicht getrunken werden, zum Gießen ist es aber gut geeignet, bestätigt Werner Pöschl vom Landesamt. (bad)

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