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Ein grünes Haus

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400 Solarmodule auf dem Dach sollen zum umweltfreundlichen Ruf des Darmstadtiums beitragen.
400 Solarmodule auf dem Dach sollen zum umweltfreundlichen Ruf des Darmstadtiums beitragen. © Roman Grösser

Das Darmstädter Wissenschafts- und Kongresszentrum will ökologischer Vorreiter sein. Geschäftsführer Lars Wöhler will das Darmstadtium als "grünen" Tagungsort weit über die Region hinaus etablieren.

Das Darmstadtium setzt auf Grün. Dies ist keine Reaktion auf die aktuelle politische Entwicklung in der Stadt, sondern ein Erfordernis auf dem Markt der Kongresse. „Immer häufiger achten Kunden auf Nachhaltigkeit“, sagt Geschäftsführer Lars Wöhler, der seit Jahresbeginn im Amt ist. Energieeffizienz und Vermeidung von Kohlendioxid sind Elemente, mit denen Kongresshäuser werben und die auch aus Sicht des Europäischen Verbands der Veranstaltungs-Centren (EVVC) als Kriterium für einen Tagungsort immer mehr an Bedeutung gewinnen. Dieses Image will Wöhler ausbauen: „Wir wollen hier Vorreiter sein.“ Unternehmen wie Toyota oder der Nachhaltigkeitskongress würden ohne die Energietechnik nicht in Darmstadt tagen.

Feilen am Image

In den kommenden Monaten will er weiter am Ruf des „grünen Kongresszentrums“ feilen. Derzeit denkt Wöhler über ein neues Energiemanagement nach. Neben der Energieersparnis soll es der Imagepflege dienen.

Für Kongressteilnehmer will Wöhler demnächst einen Fahrradverleih anbieten. Auch Segways, mit Elektromotor angetriebene Balance-Roller, könnten bald dazu dienen, die Innenstadt zu erkunden. „Ideal wäre eine Fahrt bis zur Mathildenhöhe“, sagt der Darmstadtium-Chef. Aus seiner Sicht runden solche Angebote das Gesamtbild ab.

Wichtig erscheint dies mit Blick auf das internationale Geschäft. Denn in Deutschland ist nach EVVC-Angaben bislang nicht einmal jede 15. Veranstaltung grün. In Europa sind es dreimal so viel. „Das Bewusstsein wird auch in Deutschland steigen“, sagt EVVC-Projektleiter Marco Roscher.

Dafür will Wöhler gerüstet sein. Er will er das Darmstadtium weit über die Region hinaus etablieren. „Wir konkurrieren mit Häusern in München, Stuttgart, Berlin und Hamburg“, sagt er.

Das schlägt sich im Preis nieder. Auch wenn es keine Angaben gibt, gilt das Darmstadtium als teuer. Im regionalen Vergleich mit Aschaffenburg und Worms sei das sicher richtig, räumt Wöhler ein. Doch bei Größe und Ausstattung sieht er sein Haus deutlich vorne – das schlage sich im Preis nieder.

Schwerpunkt des Darmstadtiums bleiben Tagungen und Kongresse. „Sie machen 70 Prozent aus“, quantifiziert Wöhler den Anteil. 30 Prozent sind Kulturveranstaltungen. Eine Steigerung ist nicht geplant. Wöhler weist auf andere Veranstaltungsstätten wie das Staatstheater und die Centralstation.

Zufrieden mit der Auslastung

Mit der bisherigen Auslastung ist Wöhler zufrieden: „Sie ist auf ähnlichem Niveau wie 2010.“ Auf 3,4 Millionen Euro belief sich zuletzt der Umsatz aus dem Veranstaltungsgeschäft. Ziel des neuen Geschäftsführers ist es, den Zuschuss der Stadt für das operative Geschäft auf 1,2 Millionen Euro zu beschränken. Zum Vergleich: 2009 waren es noch 1,7 Millionen Euro. Gleichwohl muss die Stadt auch künftig deutlich mehr als drei Millionen Euro aufbringen. Denn allein für den Kapitaldienst müssen weiterhin 2,5 Millionen Euro jährlich aufgebracht werden. (rf)

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