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Grün-Schwarz lehnt Hotel ab

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Grüne und CDU sind der Meinung, das Projekt passe nicht an den exponierten Standort.
Grüne und CDU sind der Meinung, das Projekt passe nicht an den exponierten Standort. © Bauverein

Die Pläne für ein 120-Betten-Haus gegenüber dem Schloss stehen vor dem Aus. Die neue Darmstädter Koalition stellt sich gegen Pläne des Bauvereins. Kritik an dem Projekt gibt es seit dem Beginn der Planungen.

„Die Koalition will die Planungen nicht fortsetzen“, kündigte der künftige Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne) am Dienstagabend im Bauausschuss an. Grün-Schwarz lehnt das Vorhaben des Bauvereins ab, an der Stelle des früheren Elektrofachgeschäfts Saladin an der östlichen Ecke des Marktplatzes ein 120-Betten-Haus zu errichten. Das Projekt passe nicht an diesen exponierten Standort.

Bauvorantrag liegt bereits vor

Seit Beginn der Planungen gab es Kritik. Vor allem Gebäudegröße und Gestaltung standen dabei im Fokus. So hatte das Landesamt für Denkmalpflege erklärt, nur ein kleineres und niedrigeres Haus sei zwischen dem denkmalgeschützten Veranstaltungsort Krone und dem Marktplatz-Ensemble denkbar.

Eine „in diesem sensiblen Bereich städtebaulich angemessene Entwicklung“ streben Grüne und CDU an. Dabei geht es nicht nur um die Architektur. „Das Haus muss sich in die vorhandene Struktur einpassen“, fordert die designierte Baudezernentin Brigitte Lindscheid (Grüne). Offen ist, ob ein Hotel dort nicht generell fehl am Platz ist. CDU-Fraktionschef Ctirad Kotoucek kann sich nur schwer vorstellen, „dass sich die Interessen eines ruhebedürftigen Reisenden mit einer Party in der Krone vereinbaren lassen“. Andererseits sei ein Bürohaus auch nicht unbedingt dazu geeignet, die Innenstadt zu beleben.

Wie die Ecke künftig bebaut und genutzt werden soll, will Lindscheid in einem „offenen Kommunikationsprozess“ herausarbeiten. Nach ihrer Vorstellung könnte es einen Gestaltungsbeirat geben. Daran sollen nicht nur politische Gremien und Fachleute mitarbeiten. Partsch sicherte im Bauausschuss auch die Beteiligung der Bürger zu. Christdemokrat Kotoucek denkt an eine Bürgerversammlung.

Fehlende Transparenz war den bisherigen Planungen des Bauvereins, der das Saladin-Gebäude gekauft hatte, attestiert worden. Denn der beauftragte das Darmstädter Architekturbüro Nieper und Partner mit den Planungen. Statt dieser direkten Vergabe hatte der Bund Deutscher Architekten einen Wettbewerb gefordert, um auf die Frage der Gestaltung eine „architektonische Antwort auf hohem Niveau“ zu erhalten.

Die sieht der Bauverein durchaus gegeben. Der Vorstandsvorsitzende Hans-Jürgen Braun hat stets darauf hingewiesen, dass Niepers Pläne den besonderen Standort berücksichtigen. Für das Unternehmen ist die aktuelle Entwicklung neu. „Die Bauverein AG ging bislang davon aus, dass es im Sinne der Stadt ist, das Grundstück mit einem Hotel zu bebauen“, erklärte Sprecherin Maren Cornils am Mittwoch. Vor einiger Zeit hatte Vorstandschef Braun darauf hingewiesen, mit den Hotelplänen dem Wunsch von OB Walter Hoffmann (SPD) gefolgt zu sein.

Eine Bauvoranfrage des Bauvereins liegt der Stadtverwaltung bereits vor. „Einen Bescheid gibt es noch nicht“, sagt Pressesprecherin Sigrid Dreiseitel. Die Entscheidung werde unter der neuen Baudezernentin gefällt. (rf)

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