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Großes Hallo für Jenny

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Ein Schiff  kommt – und das im  Huckepack.
Ein Schiff kommt – und das im Huckepack. © Bärtl

Das frühere Küstenmotorschiff trifft nach langer Reise in Babenhausen ein. Künftig soll der Kutter Technik und Gastronomie im Schwimmbad beherbergen. Die Attraktion lässt sich die Kommune rund 320.000 Euro kosten.

Sie hat kaum die bayerisch-hessische Landesgrenze passiert, da tauchen die ersten Schaulustigen auf. An den Waldwegen entlang der B?26, die zum Luftsportclub und nach Harreshausen führen, haben sie Position bezogen und begrüßen das Küstenmotorschiff aus dem niederländischen Harlingen mit „Willkommen Jenny“-Schildern. Doch die Haltung der Babenhäuser zu ihrem Schiff ist ambivalent, was deutlich wird, als der Bug des 43 Meter langen und 170 Tonnen schweren Kutters in Babenhausen eintrifft: Die Reaktionen reichen von „Endlich ist sie da“ bis zu „Was sollen wir mit diesem Monstrum“.

Kosten von 320?000 Euro

„Nun soll Jenny das Babenhäuser Schwimmbad zu einer dauerhaften Attraktion machen“, sagt Andreas Brehmer, der Architekt aus Wetzlar, der sich in einem Planungswettbewerb mit der Idee durchgesetzt hatte, Technik und Gastronomie in einem Schiff zu beherbergen. „Es ist ein echtes Alleinstellungsmerkmal. Meines Wissens gibt es eine solche Attraktion in ganz Deutschland kein zweites Mal.“

Auch Bürgermeisterin Gabi Coutandin (SPD) spricht dem Schiff eine „gewisse Imposanz“ nicht ab, weist jedoch darauf hin, dass wegen der Kosten für dessen Kauf, Transport und Einbau – rund 320 000 Euro – andere Projekte nicht realisiert werden können. „Es war politisch unumstritten, dass das Schwimmbad saniert werden muss, doch wichtige Maßnahmen wie eine Solaranlage und die Sanierung des Kinderbeckens fallen nun flach.“

Inzwischen ist Jenny auf einem Schotterplatz neben dem Schwimmbad eingetroffen. In Bug, Heck und Mittelteil zerlegt wurde sie auf drei Spezialsattelschleppern vom Aschaffenburger Hafen nach Babenhausen transportiert. Dreieinhalb Stunden habe der Transport gedauert und sei unproblematisch verlaufen, sagt Rüdiger Funck, stellvertretender Leiter der Polizeistation Dieburg.

Als der Konvoi um sieben Uhr in Aschaffenburg startete, wurden in Babenhausen an der Einmündung zur Ostheimer Allee Stahlplatten für die Sattelschlepper ausgelegt und die Ampelausleger um neunzig Grad gedreht, damit das 6,60 Meter hohe Schiff nicht daran hängenbleibt. Eben alles eine Frage der Organisation, weiß Funck: „Entscheidend sind die Arbeiten, die im Vorfeld erledigt werden.“ ( eda)

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