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Großer Tag für die Kleinen

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Voller Erwartung sitzen die ABC-Schützen in der Sporthalle der Bessunger Grundschule.
Voller Erwartung sitzen die ABC-Schützen in der Sporthalle der Bessunger Grundschule. © Roman Grösser

Die Heinrich-Heine-Schule heißt 43 Erstklässler willkommen

Timea hat allerhand vor. Die Sechsjährige will lesen lernen, rechnen, schreiben – und malen. Für all das und noch viel mehr hat sie nun vier Jahre Zeit.

Sie steht mit ihren Eltern Rebekka und Timo Däsch sowie ebenfalls gut gelaunten Verwandten vor der Heinrich-Heine-Schule. Ihre Schultüte ist eine wahre Augenweide: Viele bunte Blumen, ein großer Schmetterling. Und was ist drin? „Eine Hello-Kitty-Katze und Süßigkeiten“, hofft sie. Mama Rebekka erzählt später unter vier Augen, dass es zur Feier des Tages auch Parfüm und eine Schmuckdose gibt.

In der schmucken Sporthalle der Grundschule in Bessungen gibt es erst mal Orientierungsprobleme. „Wo simmer deheim?“, fragt eine junge Frau auf der Suche nach der Verwandtschaft, während die 43 in der ersten Reihe sitzenden Hauptpersonen in viele Digitalkameras blicken. Ein Bild für die Ewigkeit? Wer weiß.

Schritt in die Unabhängigkeit

Doch Kinder wie Eltern werden sich auch so ewig an diese Einschulung erinnern. Wie die Klasse 2?a munter die Vogelhochzeit aufführt und die beiden vierten Klassen ein Lied schmettern, das vom Wasser handelt. Wie Schulleiterin Karin Ellert-Rein gesteht, selbst immer wieder aufgeregt zu sein – es ist ihre zwanzigste Einschulung als Lehrerin – und wie sie den Mädchen und Jungen verspricht, dass sie die Schule gemeinsam schaffen.

„Ich bin ganz gespannt, wer ihr seid“, sagt sie und spricht den Eltern aus dem Herzen, dass auch sie sicher „einen kleinen Klops im Bauch“ hätten.

Später, nachdem die Erstklässler Seite an Seite und manchmal auch Hand in Hand mit ihren Paten aus der 4?a und 4?b über den Balkon in die Klassen gegangen sind und dabei mancher noch ein schüchternes Winken oder ein deutliches „Hallo Mama!“ übrig hatte, stellt die Rektorin eines klar: Ab dem nächsten Schultag sei das oberste Stockwerk der von 190 Kindern besuchten Schule tabu für Eltern.

Nun sei der erste Schritt der Kinder in die Unabhängigkeit, aber auch in eine unbekannte Zukunft vollzogen. Jetzt müssten sie sich erst einmal im neuen Alltag sortieren, ehe sie „inhaltsmäßig teilweise recht stark gefordert“ würden. Ellert-Rein sagt auch deutlich, dass es keine „Zwischen-Tür-und-Angel-Gespräche“ über das Kind gebe. „Dafür machen wir Termine.“

In dieser Schule möge ihr Sohn Tom „in freundlicher Atmosphäre“ lernen, Freunde finden und sich integrieren, wünscht sich Carla Debes. Selbst Lehrerin von Beruf, hat sie mehr Einblick als andere. Toms Vater, Oliver Flamm, erzählt, der Junge sei „ganz wild auf Rechnen und Schreiben“, habe aber noch „ein tolles Spieljahr“ im Kindergarten gehabt. Nun werde er mit seinem Wissensdurst auf die Lehrer losgelassen.

Tom selbst war schon beim Kennenlerntag in der Heineschule und trifft dort Freund Leo aus seiner Straße wieder. Es scheint, als verbinde beide mehr als nur der gleiche Schulranzen – deren Volumen bisweilen fast Koffergröße erreichen.

In munterer Runde genießen derweil Soni Mesfin und Jonas Maasho mit Angehörigen Kaffee und Kuchen, angeboten vom Förderverein. Das Paar aus Eritrea hat Routine im Einschulen: Sohn Joel besucht die vierte Klasse, nun folgt ihm Eliam, in drei Jahren Benaiah. „Eliam ist cool drauf“, sagt die Mutter, „das hat er von seinem Papa.“

Später werden Jung und Alt – insgesamt zehn Leute – zu Hause gemeinsam feiern. Soni Mesfin: „Wir essen, tanzen und hören Musik aus unserer Heimat.“ (how.)

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