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Das große Streuen

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Die Lager beim EAD, dem städtischen Eigenbetrieb Abfallwirtschaft, sind noch gut gefüllt.
Die Lager beim EAD, dem städtischen Eigenbetrieb Abfallwirtschaft, sind noch gut gefüllt. © Roman Grösser

Für das Wochenende meldet der Wetterdienst große Schneemengen bei anhaltender Kälte. Die Kommunen rüsten sich für einen Großeinsatz.

Für das Wochenende meldet der Wetterdienst große Schneemengen bei anhaltender Kälte. So schön die weiße Pracht aussieht, sie bringt auch viel Arbeit mit sich. Straßen und Gehwege müssen schnellstmöglich geräumt werden. "Wenn wir den Schnee nachts nicht wegbekommen, friert er uns am nächsten Tag fest", sagt Gerhard Luckhaupt, beim städtischen Eigenbetrieb Abfallwirtschaft (EAD) zuständig für Straßenreinigung und Winterdienst. Dort sieht man sich aber gut aufgestellt für die nächsten Tage. "Wir sind bestens ausgerüstet", erklärt Siglinde Frisch vom EAD.

Im Gegensatz zu anderen Kommunen türmt sich in den Darmstädter Hallen noch das Streumaterial. "Das reicht für acht bis zehn Extremeinsätze", sagt Frisch. In diese Kategorie wird nach den Vorhersagen das kommende Wochenende fallen. Innerhalb eines Tages werden dann 50 bis 60 Tonnen Salz, 10 000 Liter Salzlauge und 30 bis 35 Tonnen Split verbraucht. Die Salzlauge taut Eis bis minus 25 Grad, ist aber äußerst teuer. "Deswegen mischt sie der Einsatzwagen mit Salz", erklärt Luckhaupt. Ein weiterer Vorteil: Das Streumittel haftet besser.

Beim Einsatz zählt nicht jede Straße gleich. "Es gibt vier Kategorien, die nach Priorität abgearbeitet werden", sagt Frisch. Hauptverkehrswege kommen zuerst dran, aber auch alle anderen Straßen besucht das Räumfahrzeug irgendwann.

Die Gehwege zu säubern fällt in die Pflicht der Grundstücksbesitzer. Laut Vorschrift müssen normale Bürgersteige auf einem Meter Breite, vielbegangene Gehwege auf zwei Meter Breite freigehalten werden. Liegt Eis vor der Haustür, stellt sich die Frage nach dem richtigen Streumittel. Salz hat den besten Taueffekt, belastet aber die Natur. Verwendet werden darf es daher nur bei Glatteis oder Eisregen. Außerdem greift es die Pfoten von Hunden und Katzen an. "Wir empfehlen generell abstumpfende Streumittel, also Sand, Split und Granulat", sagt Frisch.

Salz wird langsam knapp

Den Split stellt die Stadt kostenlos bereit. An 29 Boxen im Stadtgebiet können sich die Bürger versorgen. Nach der Schmelze muss er vom Gehweg gekehrt werden, "aber nicht in den Gully oder die Abfalltonne", betont Frisch. Für diesen Müll stehen sechs Sammelboxen bereit. Wer sein Streumittel lieber im Baumarkt besorgt, beeilt sich besser. Bei Hornbach lautet die Auskunft: "Für dieses Wochenende reicht es. Danach sind Engpässe zu befürchten." Bei Farbenkrauth stehen auch nur noch wenige Säcke im Regal. "Zwischen den Jahren haben die Produzenten wenig gearbeitet", erklärt Geschäftsführer Frank Hausding den Engpass. In etwa zehn Tagen rechne er aber mit einer neuen Lieferung. Das Bauhaus ist bereits ausverkauft.

Auch im Landkreis Darmstadt-Dieburg wird Streugut knapp. Pfungstadt hat schon Alarm gegeben: Bereits bestelltes Salz kann nicht mehr geliefert werden, teilt Roland Grießer vom Bauamt mit. Man habe deutschlandweit nach Salz telefoniert, aber niemand könne welches beschaffen. Auch Nachfragen bei Nachbargemeinden und der Autobahnmeisterei waren erfolglos. Nun wird die Stadt auf Splitt umstellen, um die Hauptstraßen zu streuen. Die wenigen noch vorhandenen Tonnen Salz sind für Notfälle. (eda/ers)Unter der Hotline 01803/133310 ist der EAD erreichbar, wenn Schneemassen das Wegfahren verhindern.

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