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Odenwald: Neue Windräder bei Groß-Umstadt geplant

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Von: Claudia Kabel

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Sollen bald Gesellschaft bekommen: Windräder bei Groß-Umstadt.
Sollen bald Gesellschaft bekommen: Windräder bei Groß-Umstadt. © Stadt Groß-Umstadt

Hessen Forst und Groß-Umstadt planen neue Windkraftanlagen. Die Stadt legt strengere Kriterien an. Ob die Landesbehörde denen folgt, ist fraglich.

Groß-Umstadt – auch bekannt als Weininsel im Odenwald – hat sich ehrgeizige Ziele gesetzt: „Bis 2030 wollen wir den Strom, den wir vor Ort verbrauchen, hier in unserer Stadt regenerativ erzeugen“, sagt Bürgermeister René Kirch (unabhängig). Deshalb unterstütze man den Ausbau von erneuerbaren Energien, so auch die Windkraft. Seit vielen Jahren stehen auf der Groß-Umstädter Gemarkung bereits vier Windkraftanlagen, die laut Kirch eine hohe Akzeptanz in der Bevölkerung hätten.

Windräder in Groß-Umstadt: Stadt hat strengere Kriterien

Jetzt sollen weitere Windräder an der Straße nach Dorndiel hinzukommen. 450 Menschen leben in dem kleinsten Groß-Umstädter Ortsteil. Dorndiel könnte in Zukunft besonders von der Windkraft betroffen sein, da auch auf Schaafheimer Gemarkung und in den angrenzenden bayrischen Gemeinden Windkraftanlagen vorgesehen seien, teilte die Stadt mit. Man habe die Belange der Bürgerinnen und Bürger aber im Blick. 2013 hatte man sich im Rahmen der Entwicklung des städtischen Energie- und Klimaschutzkonzeptes auf Kriterien für weitere Windkraftanlagen verständigt. Diese sind strenger als die gesetzlichen Vorgaben. Zum einen muss der Mindestabstand 1200 statt 1000 Meter zur nächsten Siedlung betragen, zum anderen sollen die Anlagen möglichst in der Nähe einer Straße sowie in bereits geschädigten Waldgebieten errichtet werden, um den Holzeinschlag für Transport und Bau so gering wie möglich zu halten. Dies sei Grundlage für weiterer Planungen, sagt Kirch.

In Hessen gibt es derzeit insgesamt 417 Windvorranggebiete. In Groß-Umstadt sind drei ausgewiesen. Eines davon in einem städtischen Waldgebiet, zwei weitere Flächen unter der Regie von Hessen Forst. Auch die Landesbehörde plant derzeit neue Windkraftanlagen in Groß-Umstadt. Die Flächen in ihrem Besitz sind größer als die der Kommune. Derzeit laufe noch die Ausschreibung, teilte Sprecherin Michelle Sundermann der Frankfurter Rundschau mit. Wie viele Anlagen auf den Staatswaldflächen realisiert werden können, stelle sich erst im Rahmen des Planungs- und Genehmigungsverfahren heraus.

Dass sich Hessen Forst an die strengeren Kriterien der Stadt hält, ist fraglich. Der Landesbetrieb teilte hierzu mit: „Bei sämtlichen Planungen im Staatswald wirken wir auf eine Eingriffsminimierung hin.“ Die Nutzung der vorhandenen Infrastruktur und die Planungen auf Schadflächen seien wichtige Bestandteile. „Dennoch sind die Vorranggebietsflächen eine eindeutige Vorgabe, die wir nicht im Voraus einschränken können“, so Sundermann. Sofern möglich, gehe man aber auf Belange und Planungen der Kommunen ein.

Windräder in Groß-Umstadt: Baubeginn könnte 2025 sein

Rathauschef Kirch zeigt sich enttäuscht drüber, dass Hessen-Forst nicht bereit sei, die städtischen Kriterien anzuwenden, sondern auf gesetzliche Vorschriften verweise. Demnach seien auf der Fläche bis zu maximal acht Anlagen möglich. Grundsätzlich sei die Intention der Verwaltung gewesen, eine gemeinsame Entwicklung zu realisieren. Doch auch wenn Hessen Forst die schärferen Groß-Umstädter Kriterien nicht umsetzen werde, kündigte der Bürgermeister an, er werde das Projekt konstruktiv begleiten.

Auf städtischen Flächen befinden sich derzeit drei Standorte in der konkreten Planung. Die ersten weiteren Windräder könnten ab 2025 gebaut werden.

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