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Griesheim will Sedum-Pflanze auf Straßenbahngleisen ansiedeln

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Von: Claudia Kabel

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Bepflanzung des Gleisbetts in der Nieder-Ramstädter Straße in Darmstadt mit Sedum.
Bepflanzung des Gleisbetts in der Nieder-Ramstädter Straße in Darmstadt mit Sedum. © Heag Mobilo

Mehr Grün in der Stadt ist die Devise. Dafür gehen Kommunen wie Griesheim nun auch ungewöhnliche Wege. In Darmstadt testet die Heag Sedum bereits.

In Griesheim (Landkreis Darmstadt-Dieburg) hat man das Ziel, möglichst viel Grün in die Innenstadt zu bringen. Nachdem im Frühjahr bereits mehr als 70 neue Bäume im Stadtgebiet gepflanzt wurden, will die Stadt nun im Herbst rund 50 weitere Bäume setzen – beispielsweise am Friedhof.

„Jedoch gibt es eine große Fläche, auf der noch kein Grün vorhanden ist“, teilte die Stadt mit: das Schotterbett der Straßenbahngleise. Deshalb überlegt man, den rund zwei Kilometer langen und sechs Meter breiten Gleisweg zwischen Ortseingang Ost und Wagenhalle mit der Sedum-Pflanze zu bestücken, teilte die Stadt mit.

Darmstadt: Sedum seit Jahren im Einsatz bei Heag Mobilo

Derartiges testet das Verkehrsunternehmen Heag Mobilo bereits seit 2019 in Darmstadt. Dort sind beispielsweise rund 3000 Quadratmeter auf der Strecke in der Nieder-Ramstädter mit Sedum bepflanzt. Sedum ist eine trockenresistente Pflanze aus der Gattung der Dickblattgewächse. Im Vergleich zu normalem Rasen gilt sie als ökologisch wesentlich wertvoller und leichter in der Ansiedlung sowie Pflege. „Für das Aufbringen auf das Bahngleis würden wir nur wenige Zentimeter Substrat benötigen, eine zusätzliche Bewässerung oder Mäharbeiten sind nicht erforderlich“, sagt Bürgermeister Geza Krebs-Wetzl (CDU). Das spare Kosten und weil die Pflanze blühe, sei sie auch noch insektenfreundlich.

Mehr Grün auch in Mörfelden-Walldorf

Die Ortskerne in Mörfelden-Walldorf (Kreis Groß-Gerau) sollen ebenfalls grüner werden. Deshalb fordert die grün-schwarze Koalition in einem gemeinsamen Antrag den Magistrat auf, prüfen zu lassen, wie in den dicht bebauten Ortskernen mehr Bäume und Sträucher angepflanzt und bestehenden Grünflächen verbessert werden könnten. Neuanpflanzungen von Bäumen sollen laut einer Mitteilung der Koalition vor allem unter Mitwirkung der Anwohner:innen geplant werden, damit diese sich auch eventuell um deren Pflege kümmern.

Hintergrund des Vorhabens sind die vergangenen Dürresommer. Diese hätten „einen Vorgeschmack darauf gegeben, wie die Zukunft in der Klimakrise auch in unserer Stadt aussehen kann“, sagt der grüne Stadtverordnete Richard Lehner. Städte seien Hitzespeicher, Bäume und Grünflächen deshalb für die Lebensqualität wichtig. cka

Griesheim hat bereits Gespräche mit der Heag Mobilo geführt. Diese habe gegen eine Umsetzung auf städtische Kosten nichts einzuwenden, sodass die Stadtverwaltung nun einen Umsetzungsplan ausarbeitet will.

Laut Michael Dirmeier, Geschäftsführer der Heag Mobilo, verfolgte man 2019 mit dem Test der neuartigen Bepflanzung zwei wichtige Ziele: „Die Sedum-Pflanzen vertragen Hitze und sind auch wegen des begrenzten Wachstums weniger pflegeintensiv. Damit fallen für uns geringere Unterhaltungskosten an“. Zusätzlich leiste man einen Beitrag zur Artenvielfalt. Deshalb sollten auch weitere Gleisbetten damit bepflanzt werden, wie etwa das der Lichtwiesenbahn.

Bereits seit zwei Jahrzehnten wächst Sedum auf dem 5600 Quadratmeter großen Dach der Busabstellhalle auf dem Betriebshof Böllenfalltor. Während bei Sonnenschein dort zahlreiche Insekten summen, helfe das Sedum bei Regen, Wasser aufzufangen und entlaste somit insbesondere bei Starkregen die Abwasserkanäle, so Heag Mobilo.

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