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Griesheim ist am teuersten

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Gefälle bei Hebesätzen im Kreis

Griesheim greift bei der Grundsteuer B besonders kräftig zu: 660 Punkte beträgt der Faktor, mit der die Steuer auf bebautes Areal berechnet wird. Damit ist die größte Stadt im Kreis (gut 27 000 Einwohner) nicht nur im Kreis das teuerste Pflaster; auch in Darmstadt liegt der Hebesatz mit 535 Punkten deutlich niedriger. „Darmstadt ist – anders als der ganze Landkreis Darmstadt-Dieburg – unter den Landesschutzschirm gekommen und profitiert seitdem massiv davon“, erläutert Griesheims Bürgermeisterin, Gabriele Winter (SPD).

Groß-Umstadt und Mühltal liegen mit 550 Punkten direkt hinter Griesheim. In Mühltal seien die geringen Einnahmen aus der Gewerbesteuer ein Problem, gibt Bürgermeisterin Astrid Mannes (CDU) zu bedenken. Da habe kein Weg an der Anhebung von 350 auf jetzt 550 Punkte vorbeigeführt, was einer Million Euro mehr im Jahr in der Kasse entspreche.

Groß-Umstadt ist laut Bürgermeister Joachim Ruppert (SPD) zuversichtlich, vom hohen Wert 550 schon bald auf 410 Punkte absenken zu können. Ruppert weist auf einen weithin unbekannten Aspekt zur Grundsteuer B hin: Der komplizierten Berechnung des tatsächlichen Steuerbetrags liegt neben dem Hebesatz die Bewertung der jeweiligen Bebauung des Grundstücks zugrunde.

Ungerechtigkeit

Einfach gesagt: Auf gleicher Grundstücksgröße kommt ein neues Mehrfamilienhaus viel teurer als ein altes Reihenhaus. Diese Einstufung übernähmen die Finanzämter – wohl nicht immer auf Basis aktueller Daten. Diese „Ungerechtigkeit“, so Joachim Ruppert aus Groß-Umstadt, hätten die Bürgermeister schon öfter – leider erfolglos – gegenüber den Finanzämtern zur Sprache gebracht.

Geringe Grundsteuern fallen in den finanziell gut aufgestellten kleinen Kommunen Groß-Bieberau (240 Punkte) und Bickenbach (280) an.

Wie unterschiedlich tief die 23 Kreiskommunen in den Geldbeutel ihrer Einwohner greifen, verdeutlicht eine aktuelle Pressenotiz aus dem Reinheimer Rathaus. „Wer in Reinheim ein eigenes Haus besitzt oder eine Eigentumswohnung, kann sich glücklich schätzen. Denn mit 300 Punkten Hebesatz rangiert Reinheim auf Platz drei“, rechnet Bürgermeister Karl Hartmann (SPD) in dem Schreiben vor. „Für ein kleines Einfamilienhaus mit einem vom Finanzamt festgelegten Messbetrag von 76 Euro beträgt die Grundsteuer B in Reinheim 228 Euro. Steht das Haus in Dieburg, muss der Eigenheimbesitzer schon 342 Euro, in Mühltal 418 Euro und in Griesheim 501 Euro an die Stadtkasse überweisen.“ (piz)

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