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Griesheim bei Darmstadt: Heizen mit Eisspeicher unter der Erde

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Von: Claudia Kabel

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Auf dem Griesheimer Anger sollen rund 500 Wohneinheiten entstehen.
Auf dem Griesheimer Anger sollen rund 500 Wohneinheiten entstehen. © Stadt Griesheim

Auf dem ehemaligen August-Euler-Flughafen bei Griesheim soll ein neues Wohnquartier womöglich mit einem Eisspeicher geheizt werden.

Mit einem Eisspeicher soll womöglich das neue Wohngebiet „Griesheimer Anger“ auf dem Gelände des ehemaligen August-Euler-Flugplatzes in Griesheim (Landkreis Darmstadt-Dieburg) beheizt werden.

Die Stadtentwicklungsgesellschaft Griesheim (SEGG) prüfe derzeit ein entsprechendes Vorhaben, teilte die Stadt mit. Vorbild ist der Eisspeicher im Konversionsgebiet Pioneer Park in Hanau. Dort informierte sich Bürgermeister Geza Krebs-Wetzl (CDU) jetzt gemeinsam mit Vertreter:innen der SEGG über diese alternative Form der Wärmegewinnung.

Bei einem Eisspeicher handelt es sich um einen Latentwärmespeicher in Form einer großen unterirdischen Zisterne, die mit Wasser gefüllt wird und durch die ein Leitungssystem eine frostsichere Flüssigkeit pumpt.

Die Temperaturunterschiede, die zwischen Außentemperaturen und unterirdischen Temperaturen herrschen, werden von Wärmepumpen umgewandelt und für die Klimatisierung von Wohnungen genutzt.

Neues Stadtquartier

Mit dieser Technik sei es möglich, zum Beispiel Sonnenenergie auch im Winter für die Wärmegewinnung effektiv zu nutzen. Die Temperaturen in der Zisterne könnten zudem durch die Zuführung von Heizungsrestwärme oder die Durchleitung von Kühlflüssigkeit gesteuert werden, um Wohnungen zu erwärmen, im Sommer aber auch abzukühlen, heißt es in der Mitteilung.

„Wir prüfen alle Verfahren, die eine nachhaltige und möglichst klimaneutrale Alternative zur herkömmlichen Energie- und Wärmegewinnung bieten“, so SEGG-Geschäftsführer Jens Gottwald in Hanau. Laut Matthias Fernitz von den Hanauer Stadtwerken ist der Hanauer Eisspeicher acht Meter tief und hat einen Durchmesser von 25 Metern.

Ein derartiges Projekt in Griesheim könnte aufgrund der bisherigen technischen Entwicklung noch moderner und auch umfassender gestaltet werden, lautet das Fazit. So setze man in Griesheim auch auf eine Kombination mit Solarthermie.

Man wolle eine klimafreundliche und bezahlbare Energie- und Wärmegewinnung ermöglichen, so Bürgermeister Krebs-Wetzl. Realistischerweise sei unter den derzeitigen technischen Voraussetzungen ein Versorgungsgrad von 70 Prozent erreichbar, schätzt SEGG-Geschäftsführer Jens Gottwald. Ziel müsse aber sein, mit dem Fortschritt der technischen Entwicklungen am Ende eine Versorgung von 100 Prozent aus regenerativen Energien zu schaffen.

Auf dem etwa zehn Hektar großen Areal soll ein neues Stadtquartier mit rund 500 Wohneinheiten entstehen. cka

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