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Gold-Gelb wärmt die Nacht

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Höhepunkt ist das Illuminationsfest mit fackeltragenden Stelzenläufern.
Höhepunkt ist das Illuminationsfest mit fackeltragenden Stelzenläufern. © Roman Grösser

Zu den Darmstädter Jugendstiltagen strömen viele Besucher auf die Mathildenhöhe.

Ein Hochzeitspaar auf Stelzen flaniert an den Ständen der Kunsthandwerker vorüber, posiert vor der Kamera der Besucher und erntet viele staunende Blicke. Der ESOC-Chor und die Brüder Marko & Sava mit ihren Gitarren spielen und singen. Damen in aufwendigen historischen Roben führen die Gäste an Gebäuden der Mathildenhöhe entlang und beantworten angeregt Fragen zu Geschichte und Architektur. Auch die anschließende Show des Zauberkünstlers Sigma lässt sich kaum einer entgehen.

Wieder einmal erweisen sich die Darmstädter Jugendstiltage als Besuchermagnet. Auch in der zehnten Auflage lockt die Veranstaltung viele Gäste auf die Mathildenhöhe – trotz kühler Temperaturen. Im Mittelpunkt steht auch diesmal das abendliche Illuminationsfest.

Aber auch in den Jugendstilhäusern selbst gibt es viel zu entdecken: So stellt im Haus Deiters der Foto-Club Darmstadt aus. Der Verein hat den Umzug der Landesbibliothek begleitet und dokumentiert. Hundert Meter weiter tummeln sich Gäste im Haus Olbrich um den wertvollen Jugendstil-Schmuck. Im Nebenzimmer sorgen Kirsten Kunze und Julitta Ripp mit Cello und Querflöte für die musikalische Untermalung.Kaum aus dem Museum Künstlerkolonie heraus, zieht es die Besucher ins Designhaus. Sowohl Arbeiten der Hochschule Darmstadt als auch der Hochschule Rhein-Main und der Hochschule für Gestaltung Offenbach werden ausgestellt.

„Da weiß man ja gar nicht, wo man zuerst hin soll“, sagt ein Besucher. Er komme gerade vom Vortex-Garten im Prinz-Christians-Weg. „Wir waren bestimmt eine halbe Stunde da. Meine Tochter wollte gar nicht mehr raus“, erzählt er lachend.

Zurück von der Führung strömen die einen zur Absinth-Bar, die anderen zur Besichtigung der russischen Kapelle, einige zur Führung im Hochzeitsturm. „Ich freue mich, dass so viele Besucher hier sind“, sagt Nikolaus Heiss, Vorstandsmitglied des Vereins der Freunde der Mathildenhöhe Darmstadt. Neben Postkarten mit typischen Motiven wie dem Platanenhain und dem Hochzeitsturm, bietet der Stand hinter der russischen Kapelle die Möglichkeit, sich umfassend über die Mathildenhöhe zu informieren.

„Die Stadt investiert viel“, betont Heiss. Aber auch auf Spenden sei der Verein angewiesen. Er hoffe, dass die Mathildenhöhe irgendwann ein Teil des Unesco Weltkulturerbe wird. „Der Antrag ist gestellt, und ich denke, die Chancen stehen gut.“

Gegen Abend sind die Vorbereitungen für das große Illuminationsfest in vollem Gange. Wo man hinsieht, werden mehr als 1000 Teelichter angezündet und 200 Lampions in die Bäume gehängt. Mit Einbruch der Dämmerung wird die Mathildenhöhe in ein warmes, gelbes Licht getaucht. Trotz anhaltender Kälte wirkt der Platz nun wie in einer lauen Sommernacht.

Am Becken der russischen Kapelle versammeln sich Groß und Klein, um den vier Flammenartisten auf Stelzen zuzuschauen. Diese schreiten mit großen Schritten an der Menschenmenge vorbei und schwingen stolz ihre langen Fackeln.

Im Anschluss eröffnet Bürgermeister Rafael Reißer (CDU) offiziell das Illuminationsfest. „Die Farbe Gelb steht für Lebendigkeit, Lebensfreude, Wärme und Heiterkeit“, sagt Reißer bei seiner Ansprache. „Und das soll uns dieses Fest heute auch bringen.“ (eda.)

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