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Göttliches Gold

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Von: Lara Feder

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Die neue Schau „Die Beschaffenheit des Himmels“ im Hessischen Landesmuseum Darmstadt zeigt Altarmalerei am Mittelrhein vom 13. bis 16. Jahrhundert.

14 Altaraufsätze, Retabelfragmente sowie Einzeltafeln, die beispielsweise aus Friedberg, Nieder-Erlenbach, Ortenberg, Siefersheim, Seligenstadt, Wolfskehlen und Worms in die Darmstädter Sammlung gelangten, sind ab heute im Hessischen Landesmuseum zu sehen. Der Titel der neuen Schau lautet: „Beschaffenheit des Himmels“.

Die Werke entstanden zwischen 1260 und 1505 und wurden, wie die Forschung der vergangenen Jahrzehnte zeigt, in den damaligen Kunstzentren der Mittelrheinregion Koblenz, Mainz, Frankfurt und Worms gefertigt. In der Präsentation werden die Altarretabel, die somit zum kostbaren Kernbestand der Darmstädter Sammlung gehören, entsprechend ihrer Entstehungszentren neu gruppiert. Leihgaben aus Basel, Boppard, Frankfurt, München und Oberwesel stehen im direkten Werkzusammenhang mit den Darmstädter Stücken und ergänzen die Schau.

„Die Ausstellung zeigt eine heute fremd erscheinende Bildwelt“, heißt es in der Ankündigung. Zugleich deckt die Schau auf, was die Werke den Menschen in ihrer Entstehungszeit bedeuteten. Die musealen Kunstwerke sind fern ihrer einstigen sakralen Bestimmungsorte, besaßen jedoch im Spätmittelalter Funktionen für die Frömmigkeit der Gläubigen. Gottesdienste führten Mensch und Gott, Erde und Himmel zusammen. Mit dem Himmel verband man das Jenseits und ewiges Leben bei Gott. Theologen wie Laien sahen das Himmelreich bevölkert von Engeln und Märtyrern die in göttlicher Ordnung um Jesus, Maria und die Apostel, versammelt waren.

Für die Ausstellung wurden Kerzenlichtfilme produziert, die eine Ahnung davon vermitteln, wie die Menschen damals die Werke wahrnahmen. Die in leuchtenden Farben aufgemalten Darstellungen erhielten ein Eigenleben innerhalb der reliefierten und punzierten Goldgründe – Materielles wurde immateriell und transzendent. laf

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