1. Startseite
  2. Rhein-Main
  3. Darmstadt

Giftanschlag an TU Darmstadt: Beschuldigte soll in Klinik bleiben

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Jens Joachim

Kommentare

Am 23. August 2021 eilten auch etliche Rettungssanitäter zum Tatort in das Gebäude L2|01 des Instituts für Materialwissenschaft an der Alarich-Weiss-Straße auf dem Außencampus Lichtwiese der TU Darmstadt.
Am 23. August 2021 eilten auch etliche Rettungssanitäter zum Tatort in das Gebäude L2|01 des Instituts für Materialwissenschaft an der Alarich-Weiss-Straße auf dem Außencampus Lichtwiese der TU Darmstadt. © Jens Joachim

Die Staatsanwaltschaft Darmstadt hat knapp ein Jahr nach Giftanschlag auf dem Campus Lichtwiese der TU Sicherungsverwahrung für eine 32-jährige Frau aus Mainz beantragt.

Knapp ein Jahr nach dem Giftanschlag in einem Gebäude auf dem Campus Lichtwiese der Technischen Universität (TU) Darmstadt hat die Darmstädter Staatsanwaltschaft beim Landgericht die Eröffnung eines Sicherungsverfahrens gegen eine 32-jährige Frau aus Mainz beantragt. Der bisherigen Studentin der Materialwissenschaften wirft die Anklagebehörde versuchten Mord vor. Oberstaatsanwalt Robert Hartmann sagte der Frankfurter Rundschau am Freitag, seine Behörde gehe von der Schuldunfähigkeit der Frau aus.

Bei der Tat am 23. August vorigen Jahres hatten sieben Mitglieder der TU Vergiftungserscheinungen gezeigt. Ein Mann schwebte zeitweise sogar in Lebensgefahr. In Milchtüten, Wasserbehältern und Lebensmitteln war eine toxische Substanz nachgewiesen worden.

Giftanschlag an der TU Darmstadt: 32-Jähriger wird versuchter Mord vorgeworfen

Nach Hartmanns Worten könnten die Chemikalien für die Substanz aus einem vergleichsweise leicht zugänglichen Raum eines anderen Fachbereichs stammen. Nähere Angaben zu der Substanz wollte der Oberstaatsanwalt nicht machen.

Die beim Polizeipräsidium eingerichtete Mordkommission „Licht“, in der bis zu 50 Beamtinnen und Beamte tätig waren, hatte nach dem Giftanschlag Zeuginnen und Zeugen in dreistelliger Zahl befragt. Im März gelang dem Fahndungsteam dann der Durchbruch und die 32-jährige Studentin wurde unter dem Verdacht des versuchten Mordes im Zustand der Schuldunfähigkeit festgenommen und in eine psychiatrische Klinik eingewiesen.

Darmstadt: TU-Studentin fühlte sich verfolgt und äußerte Gewaltfantasien

Nach Angaben des Oberstaatsanwalts hat die Frau, die anwaltlich vertreten wird, bislang keine Erklärung abgegeben. Hartmann zufolge kamen die Ermittlerinnen und Ermittler der Frau nach einer Auswertung von digitalforensischen Spuren auf die Schliche. So war der von ihr genutzte Laptop in der Nacht vor der Tat im Gebäude eingeloggt. Auf dem beschlagnahmten Gerät seien teilweise „sehr schwer verständliche Abhandlungen“ der Frau und die Namen von aktuellen und ehemalige wissenschaftlichen Mitarbeitern entdeckt worden.

Die Frau habe sich „vorgestellt, verfolgt zu werden“, sagte Hartmann. In den Abhandlungen habe sie „teilweise auch Gewaltfantasien“ geäußert.

Wenn das Darmstädter Landgericht dem Antrag der Staatsanwaltschaft zustimmen sollte, ein Sicherungsverfahren zu eröffnen, könnte nach Angaben von Oberstaatsanwalt Hartmann voraussichtlich im Winter der Prozess gegen die Frau beginnen.

Auch interessant

Kommentare