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Giftalarm auf Kartbahn in Groß-Zimmern

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Von: Frank Sommer

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Großeinsatz für die Rettungskräfte in Groß-Zimmern bei Darmstadt: Wegen erhöhten Kohlenmonoxid-Werte müssen insgesamt 80 Menschen medizinisch behandelt werden. Für 17 endet der Kartbahn-Besuch im Krankenhaus.

Bedienfehler mit Folgen: Weil offenbar die Lüftungsanlage einer Kartbahn in Groß-Zimmern ausgeschaltet worden war, erlitten am Donnerstagabend rund 80 Personen eine Kohlenmonoxidvergiftung. 17 von ihnen mussten nach Angaben von Polizei und Feuerwehr in Krankenhäusern behandelt werden.

Gegen 21.40 Uhr wurde der Rettungsdienst wegen einer bewusstlosen Person zu der Kartbahn an der Waldstraße gerufen. „Rettungskräfte und Feuerwehr sind mit CO-Warnmeldern an ihren Uniformen ausgestattet, und die Geräte meldeten erhöhte Kohlenmonoxidwerte“, sagte Tobias Lang, Sprecher der Freiwilligen Feuerwehr Groß-Zimmern. Der Rettungsdienst alarmierte daraufhin die Feuerwehr.

Als die Feuerwehr eintraf, klagten bereits mehrere Besucher über Übelkeit, Schwindel und Erbrechen, einige wurden kurzzeitig ohnmächtig. „Messungen ergaben, dass die einzelnen Gebäudeteile unterschiedlich stark mit Kohlenmonoxid belastet waren“, sagte Lang der FR, „es waren rund 80 Besucher in dem Gebäude.“

Mit schwerem Atemschutz ausgestattet, brachten 45 Feuerwehrleute der Freiwilligen Feuerwehr die Besucher ins Freie, 37 Mitarbeiter des Rettungsdienstes behandelten die Geretteten. „Das war für uns der größte Einsatz in Groß-Zimmern seit Jahren“, sagt Lang.

Ermittlungen der Kriminalpolizei am Freitagvormittag ergaben, dass kein technischer Defekt vorlag. Da die Entlüftungsanlage der Kartbahn offenbar durch fehlerhafte Bedienung ausgeschaltet wurde, sorgten die Abgase der Karts dafür, dass sich die Luft in der Halle mit Kohlenmonoxid anreichern konnte. „Kohlenmonoxid ist geruchlos und ohne Warnmelder nicht feststellbar, eine Vergiftung kann zum Tode führen“, sagt Lang.

Ob es Kohlenmonoxid-Warnmelder auf der 1996 eröffneten Kartbahn gibt, konnte am Freitag nicht geklärt werden, die Betreiber waren nicht erreichbar. Die Staatsanwaltschaft Darmstadt gab die Bahn am Freitag wieder für den Betrieb frei.

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