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Gewinn für den Osthang

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Vom „Schaufenster eines modernen Designstudiums“ sprach HDA-Präsident Ralph Stengler bei der Eröffnung der Gebäude.
Vom „Schaufenster eines modernen Designstudiums“ sprach HDA-Präsident Ralph Stengler bei der Eröffnung der Gebäude. © Roman Grösser

6,8 Millionen Euro hat der Totalumbau des Fachbereichs Gestaltung der Hochschule Darmstadt auf der Mathildenhöhe gekostet. Finanziert wurde das Vorhaben zum Großteil aus Mitteln aus dem Konjunkturprogramm II des Bundes.

Vom Schaufenstercharakter der neuen Ausstellungshalle war die Rede, von einer „Perle“, vom „prominenten Standort Mathildenhöhe“ und der „unbedingt nötigen Entwicklung ihres Osthangs“: Gestern wurde nach einer strammen, nur rund elf Monate währenden Bau- und Umbauzeit, die offizielle Eröffnung der Gebäude des Fachbereichs Gestaltung der Hochschule Darmstadt (HDA) gefeiert. Einzige Ausnahme: Am tatsächlichen Altbau, dem integrierten, denkmalgeschützten Gebäuderest der Mietshausgruppe von Jugendstil-Architekt Albin Müller, sind die Bauleute weiter zugange.

Mit dem 6,8 Millionen Euro teuren und vom Darmstädter Architekturbüro Cornelsen und Seeliger sowie dem Hessischen Baumanagement geplanten Totalumbau wird ein Darmstädter Unort qualitativ entscheidend aufgewertet. Dass ausgerechnet der Fachbereich Gestaltung einer Hochschule in einem Bau von 1971 residierte, der über Jahrzehnte hinweg geradezu verunstaltend wirkte, hat nun ein Ende. Die erhebliche Erleichterung darüber war allen Beteiligten am Eröffnungsakt anzumerken.

Kosten von 6,8 Millionen Euro

Statt Eva Kühne-Hörmann (CDU), Hessische Ministerin für Wissenschaft und Kunst, überbrachte Abteilungsleiterin Irene Bauerfeind-Roßmann die Glückwünsche. Sie erinnerte an die erheblichen Geldflüsse für das Vorhaben: 75 Prozent der aufgewandten Mittel stammen aus dem Konjunkturprogramm II des Bundes, 25 Prozent von der Landesregierung. Am „prominenten Standort Mathildenhöhe“, sagte Bauerfeind-Roßmann, „ist nun die Tür für eine vielversprechende Zukunft weit aufgemacht.“ Die energetische Sanierung des Gesamtkomplexes decke sich mit den klimapolitischen Zielsetzungen der Landesregierung.

Ralph Stengler, Präsident der HDA, sprach vom „neuen Selbstbewusstsein des Fachbereichs in dieser architektonisch anspruchsvollen Umgebung“ und sah die Ausstellungshalle als „Schaufenster eines modernen Designstudiums“. Die Vorteile aus der gesteigerten Energieeffizienz des Gebäudes seien das eine, die Förderung der Arbeitsenergie von Professoren und Studenten durch die Qualität des Umbaus sei das andere. „Das ist der feine Zusatzgewinn des neuen Hauses.“

Stadtrat und designierter Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne) beschwor den Fachbereich und seinen Vorläufer, die Werkkunstschule (bis 1970), als Beweise für Darmstadts Bedeutung als „Design-Hochburg in Hessen“. „Vollkommen klar“ sei, dass der Osthang gleich „mehrere zentrale städtische Zukunftsfelder“ berühre. „Wir wollen am Osthang mit bürgerschaftlicher Beteiligung etwas entwickeln, was seiner Bedeutung gerecht wird.“ So „unaufgeräumt“ und von unterschiedlichem Grundbesitz geprägt könne er nicht bleiben.

Architekt Martin Seelinger kündigte den „zweiten Lebenszyklus“ des rund 40 Jahre alten Hauptgebäudes an. Die gesamte innere Struktur des Fachbereichs sei neu durchdacht, umstrukturiert und ergänzt worden, „Sanierung bezieht sich hier also beileibe nicht nur auf energetische Gewinne und die Gebäudehülle“. Die „zentrale Rolle“ der Ausstellungshalle hob er hervor: „Das ist ein Raum, in dem sich Imagination und Realität überlagern.“

Michael Richter, Dekan des Fachbereichs, sieht „die Halle als wirkliche Perle“. Aber zumindest ebenso schön und wichtig für Lehre und Inspiration sei „die erhebliche Verbesserung der Arbeitsbedingungen. Endlich sind vor allem auch die Werkstätten in einem akzeptablem Zustand. Wir können damit nun jedem Studienanfänger einen Arbeitsplatz im Fachbereich bieten.“ (phg)

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