1. Startseite
  2. Rhein-Main
  3. Darmstadt

Gesundheits-Check ohne Termin

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Nur zum Spaß wurde hier der Arm eingegipst.
Nur zum Spaß wurde hier der Arm eingegipst. © Claus Völker

Das Interesse an Gesundheitsthemen ist ebenso groß wie die Möglichkeiten medizinischer Behandlung und Therapien. Die dritte Gesundheitsmesse im Darmstadtium gab Bürgern einen Überblick über medizinische Themen.

Hanne Heiligenthal konzentriert sich auf ihre Übung. Leicht in der Hocke drückt sie ihre Handflächen hinter dem Rücken gegeneinander. Dann streckt sie die Arme nach oben. Bewegungstraining – mit einer Olympiasiegerin. Weitspringerin Heike Drechsler gibt die Kommandos – eines von vielen Mitmachangeboten auf der Gesundheitsmesse am Wochenende im Darmstadtium. Die Goldmedaillengewinnerin von 1992 und 2000 spornt an, aktiv zu sein. „Das konnte ich mir doch nicht entgehen lassen“, sagt Hanne Heiligenthal. Leicht geschwitzt nach 20 Minuten Dehnen und Stretchen geht sie ins Foyer.

Ultraschall der Halsschlagader

Dort und im großen Saal des Kongresszentrums präsentieren sich am Samstag und Sonntag mehr als 50 Aussteller. Krankenhäuser aus Darmstadt und der Region, Apotheken, Pflegedienste, Fitness- und Reha-Unternehmen sind auf der Gesundheitsmesse, die zum dritten Mal ausgerichtet wurde, vertreten.

Die Gesundheitsmesse ist auch ein Gesundheitstest. Das nutzen knapp 10?000 Menschen an beiden Tagen. Wie Hanne Heiligenthal und ihr Mann Rolf. Nach dem Training mit Heike Drechsler wollen sie sich nun die Halsschlagader kontrollieren lassen. Sie müssen sich in einer langen Schlange anstellen. Die Carotis-Untersuchung am gemeinsamen Stand von Alice-Hospital und Elisabethenstift ist ein Anziehungspunkt der Messe. Holger Steiger vom Fachbereich Kardiologie lässt ein ums andere Mal das Ultraschallgerät am Hals der Besucher entlang gleiten. „Ich wollte das schon seit langem machen lassen. Hatte aber keine Zeit“, sagt Roland Schailer aus Griesheim. Das Ergebnis ist zufriedenstellend. „Ich hatte mir es schlimmer vorgestellt“, sagt der Raucher. Doch er bekam die Empfehlung, auf Glimmstängel zu verzichten. Mit dem Ultraschall seien Veränderungen an der Schlagader zu erkennen. „Das kann ein Indiz für Gefäßerkrankungen sein“, sagt Mediziner Steiger. Die Untersuchung dient der Prävention.

Darauf liegt einer der Schwerpunkte der Messe. Dafür gibt es eine Reihe von Tests und Untersuchungen. Blutzucker, Blutdruck, Kehlkopf und Lungenvolumen können untersucht werden. Wer sich Zeit nimmt, verlässt durchgecheckt das Darmstadtium.

Gudrun Huppenkothen hat einige Möglichkeiten genutzt. Über dem Schlüsselbein hat sie nun ein Tape gegen die Verspannung der Nackenmuskulatur. Einen gesunden Blutdruck hat sie sich gerade attestieren lassen. Ihre nächste Station: die Messung des Augeninnendrucks bei einem Augenarzt. Den unkomplizierten Umgang mit Gesundheitsthemen schätzt auch Isolde Debus-Spangenberg an der Messe. „Hier können uns die Besucher in entspannter Atmosphäre kennenlernen. Als Patient ist das schwieriger“, sagt die Sprecherin des Klinikums Darmstadt. Die Scheu soll genommen werden. Auch durch Experimentieren. So können Besucher mit Endoskopen an einem Modell nachvollziehen, wie schwierig eine minimal-invasive Operation ist. In einem Hohlraum müssen sie ein Gummiband über zwei Stifte ziehen. Auf einem Bildschirm können sie ihre Bewegungen verfolgen.

Vornehmlich ältere Besucher sind an beiden Tagen im Darmstadtium. In 70 Vorträgen gibt es Informationen über Therapien, gegen Stress nach Schlaganfällen, den Umgang mit Alkohol oder Bewegung im Alter. (rf.)

Auch interessant

Kommentare