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Geringe Heizkosten, herzliches Miteinander

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Seit sechs Jahren gibt es das Projekt „WohnArt3“ in Darmstadt. Gemeinschaftliches, generationenübergreifendes und ökologisches Wohnen ist hier das Motto. Mieter und Bauverein ziehen eine positive Bilanz.

Vor zehn Jahren gründete sich der Verein „WohnArt3“. Vor sechs Jahren zogen die ersten Bewohner in das zusammen mit der Bauverein AG realisierte Mieterprojekt – dem ersten in Darmstadt überhaupt. Heute ziehen Mieter wie Bauverein eine positive Bilanz.

„Wir leben gerne hier“, sagen Evi Borst und Heide Würthner unisono. Beide gehören zu den Erstbeziehern bei dem an der Elisabeth-Selbert-Straße gelegenen „WohnArt3“. Im Gegensatz zu anderen Wohnprojekten wurde dort der Wunsch nach gemeinschaftlichen, generationenübergreifenden und ökologischen Wohnen nicht durch die Schaffung von Wohneigentum, sondern mit Hilfe der Bauverein AG als Bauträger realisiert. Das bis dato einmalige Experiment in Darmstadt hat sich für Evi Borst und Heide Würthner gelohnt: „Unsere Erwartungen wurden erfüllt.“ 44 Wohneinheiten, darunter 14 öffentlich geförderte Sozialwohnungen, hat die Bauverein AG in einem vier- und einem zweigeschossigen Gebäudeteil errichtet. Die beiden L-förmigen Riegel umrahmen einen begrünten Innenbereich. Insgesamt zwölf Wohnung sind für Rollstuhlfahrer geeignet. Es gibt zwei Gemeinschaftsräume, ein Gästeappartement und Büroräume. Der gesamte Komplex erfüllt – für die Bauverein AG ein Novum – Passivhausstandard.

Für Verbrauchsspitzen ist das Gebäude zusätzlich an das Fernwärmenetz angeschlossen. Da der Wärmebedarf so gering ist, werden Heizkosten nicht nach Verbrauch sondern über eine Quadratmeter abhängige Pauschale abgerechnet. 30 Cent pro Quadratmeter und Monat beträgt diese derzeit. „Das hat sich bis heute bewährt“, sagt Heide Würthner und bezieht diese Aussage auch auf die Zusammenarbeit mit der Bauverein AG insgesamt.

Viele Gemeinschaftsaktionen

Dabei bestimmen die Bewohner über viele Dinge eigenständig. So suchen sie selbst bei Wohnungswechsel die neuen Mieter aus. Putzarbeiten, kleinere Instandhaltungsmaßnahmen und die Pflege der Grünanlagen organisiert der Mieterverein ebenfalls in Eigenregie. Ist doch einmal die Bauverein AG als Hauseigentümer gefragt, laufen die Kontakte über einen eigens ins Leben gerufenen Verwaltungsausschuss. Auch die Bauverein AG spricht von einer „sehr guten Zusammenarbeit“ und einem „offenen und vertrauensvollen Miteinander“.

Ein großes Augenmerk legen die Bewohner zudem auf gemeinschaftliche Aktionen: Es gibt – fast jeden Tag – einen gemeinsamen Mittagstisch. Einmal im Monat wird zusammen gefrühstückt. All das findet im „Unne“, wie der große Gemeinschaftsraum getauft wurde, statt. Dort werden auch Feste gefeiert, Kunst ausgestellt, gemeinsam Fußball geguckt und auch die Mitgliederversammlungen abgehalten. (wka)

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