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Gericht entscheidet auf Mord

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Justizia ist wachsam.
Justizia ist wachsam. © FR/Rutkowski

Der Todesschütze vom Darmstädter Martinsviertel ist zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das Landgericht Darmstadt wertete die Tat als heimtückischen Mord.

„Von Haus aus“, sagte der Vorsitzende Richter Volker Wagner über den Angeklagten, „ist er ein lieber Kerl“. Bis zu dem verhängnisvollen Tag war der 34 Jahre alte Angeklagte nie mit dem Gesetz in Konflikt geraten – er trank nicht, nahm keine Drogen, wurde nicht gewalttätig, bemühte sich um seine Familie. Am Arbeitsplatz fiel er positiv auf, vermittelte bei Streitigkeiten zwischen Kollegen.

Doch dann beging der „liebe Kerl“ einen Mord: Am 21. März erschoss er einen Mann auf offener Straße. Planmäßig und heimtückisch habe der Pfungstädter gehandelt, daran bestand für die Schwurgerichtskammer des Landgerichts kein Zweifel. „Es gab für uns keine andere Möglichkeit zu entscheiden“, sagte Wagner am Freitag bei der Urteilsverkündung und wandte sich an den Angeklagten, „das wissen sie selbst am besten.“ Der 34-Jährige nickte leicht mit dem Kopf.

Eingehend widmete Wagner sich der Darstellung des Dreiecksverhältnisses zwischen dem Todesschützen und seinem Opfer, einem 50 Jahre alten Darmstädter, sowie der Ehefrau des Pfungstädters. An einer intimen Beziehung zwischen dem Darmstädter und der Frau des Angeklagten könne nach der Beweisaufnahme kein Zweifel bestehen, sagte der Richter.

Der Pfungstädter schoss seinem vorangehenden Opfer dreimal in den Rücken, außerdem noch zweimal auf den bereits am Boden Liegenden. „Wer so schießt, der will töten, nichts anderes“, so Wagner.

Aus Sicht des Gerichts steht außer Frage, dass mit diesem Tatablauf das Mordmerkmal der Heimtücke erfüllt wurde. „Eine solche Tat darf nicht toleriert werden“, sagte Wagner. Das Urteil könne daher nur „lebenslang“ lauten. Die Verteidigung hingegen erklärte, man werde in Revision gehen und das Urteil beim Bundesgerichtshof überprüfen lassen. (bad)

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