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Ran an die Geräte

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Marlie Preis macht gern und oft Sport, sie will 108 Jahre alt werden.
Marlie Preis macht gern und oft Sport, sie will 108 Jahre alt werden. © Roman Grösser

Im Bürgerpark gibt es jetzt einen Bewegungsparcours, der besonders ältere Menschen ansprechen soll. Eine Studie soll das Pilotprojekt wissenschaftlich begleiten

Balancieren auf der Stange, Liegestütz und Übungen für den Oberkörper – der gestern eröffnete Bewegungsparcours im Bürgerpark trainiert die Beweglichkeit und kräftigt Muskeln und Knochen. Die Geräte sind auf einem Rasenstück zwischen Tennisplatz und Pferdekoppel installiert und stehen allen Darmstädtern zur Verfügung. Vor allem aber sind Menschen über 60 aufgefordert, die Sportgeräte zu nutzen.

Mehr als 200 Sportinteressierte hatten sich gestern bei der Eröffnung über das Pilotprojekt informiert, das auch wissenschaftlich untersucht werden soll. „Im Mittelpunkt steht die Kräftigung der Beinmuskeln und die Stärkung von Gleichgewicht und Koordination“, sagte Lutz Vogt vom Institut für Sportmedizin der Goethe-Universität in Frankfurt. Er ist mit dem Psychologen Volker Beck von der Hochschule Darmstadt für die wissenschaftliche Begleitung und Auswertung zuständig.

Studie begleitet Pilotprojekt

„Alte Menschen werden zunehmend inaktiv“, so Beck. Er ist sich sicher, dass sich die Übungen nicht nur positiv auf das körperliche Befinden auswirken, sondern auch zu mehr Lebenszufriedenheit führen. Wer zusammen mit anderen Sport mache, habe nicht mit sozialer Isolation zu kämpfen.

Für die Studie wurden 50 Senioren ausgewählt, die drei Monate lang einmal pro Woche unter Anleitung trainieren und zusätzlich die Geräte ein- bis zweimal die Woche nutzen. Mehr als 200 haben sich beworben.

Die 72-jährige Marlie Preis, ehemalige Professorin der Evangelischen Hochschule Darmstadt, gehört nicht zur Zielgruppe der Studie. Dazu ist sie viel zu sportlich – sie ist mit dem Rad da und geht auch oft Schwimmen. Sie will den Parcours in ihr Programm einbauen. Ihre Begründung: „Ich will ja 108 werden.“

Über das große Interesse der Darmstädter freute sich auch Grit Hottenträger von der Hochschule Rhein-Main in Wiesbaden. Die Landschaftsarchitektin hat bei der Auswahl des Standorts mitgeholfen. Der Professorin war wichtig, dass der Platz nicht „wie auf einem Präsentierteller liegt.“ Gut sei auch, dass es Schattenplätze unter den Bäumen gebe zum Ausruhen.

Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne) wies bei der Einweihung darauf hin, dass auch der Parcours in Wixhausen – er war im März eröffnet worden – gut angenommen wurde und erzählte, dass in Eberstadt ein dritter Parcours geplant ist.

Vor allem Spaß soll der Parcours machen. Neben jedem Gerät steht eine Tafel mit der passenden Anleitung. Zum Aufwärmen geht es zwölf bis 15 Minuten über die Wiese, danach folgen Koordinations,- Kraft,- und Ausdauer-Übungen. Zum Abschluss wird die Muskulatur gedehnt.

Magdalena Domjanko – sie ist Heimbeirätin im Luise-Dittmar-Haus – hat gestern bereits Lust auf Bewegung bekommen. Sie könne sich auch vorstellen, dass die Bewohner des Altenheims gemeinsam einen Ausflug zum Parcours in den Bürgerpark machen, sagte sie: „Mit dem Bus. Das ist doch lustig – da können alle ausprobieren, wie es mit der Beweglichkeit steht.“ (hin)

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