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Gemeinsam lernen

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Darmstadt Der Begriff tauchte auf wie aus dem Nichts: Inklusion. So einfach die Definition ist – gemeinsamer Unterricht von Kindern ohne und mit Behinderungen –, so vielfältig und gegensätzlich gestaltet sich seither die Diskussion.

Doch auf Grundlage der UN-Charta zur Behindertenrechtskonvention, die Deutschland 2009 unterzeichnet hat, verpflichten sich die Unterzeichnerstaaten, ein inklusives Schulsystem zu entwickeln. Vor dem Hintergrund personeller und finanzieller Unwägbarkeiten hat Hessens Kultusministerin Dorothea Henzler (FDP) den Zeitrahmen der Umsetzung inzwischen auf zehn bis 20 Jahre konkretisiert.

Den gesetzlichen Auftrag aufnehmend, plant die Stadt Darmstadt an der Ludwig-Schwamb-Schule in Eberstadt mit Hilfe räumlicher und pädagogischer Verlagerung der Grundstufe der Mühltalschule (Förderschule) ein „Inklusives Schulangebot Grundschule“. So steht es im Schulentwicklungsplan, der dem Kultusministerium seit Jahresbeginn zur Genehmigung vorliegt.

Gesetz gilt ab 1. August

Unter Federführung des Staatlichen Schulamts sind die Schulleiterinnen Dagmar Goldmann-Pahl (Schwamb-Schule) und Vanessa Dyroff (Mühltalschule) als Inklusionsbeauftragte seit etwa einem Jahr bestrebt, die Idee der Inklusion bei Informations- und Fortbildungsveranstaltungen in die Fläche zu tragen. Dort, wo es schon Ansätze gibt, wollen sie ermuntern, wo Skepsis überwiegt, überzeugen, dass „der Umgang mit Vielfalt“, wie Goldmann-Pahl sagt, für alle gewinnbringend sein kann. Die zeitliche Vorgabe für die Inklusionsbeauftragten ist klar. Das neue Hessische Schulgesetz, das den angestrebten gemeinsamen Unterricht nicht behinderter und behinderter Kinder verankern muss, tritt zum 1.?August dieses Jahres in Kraft. Ab Schuljahr 2012/13, so die Auskunft von Dieter Eitel vom Schulamt, soll die Inklusion nach und nach umgesetzt werden. Die Frage sei, wie die vorhandenen Lehrkräfte auch künftig „zielgerichtet“ eingesetzt werden können.

Mittelfristiges Ziel ist laut Dagmar Goldmann-Pahl, „mit allen Schulen in einen guten Beratungskreislauf zu kommen“. Die Elternschaft, so ihr Eindruck bisher, sei „geteilter Meinung“. (how)

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