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Geld für große Sprünge

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Im Bürgerpark ist eine Skate Plaza gebaut worden.
Im Bürgerpark ist eine Skate Plaza gebaut worden. © Claus Völker

Mehr als 130 Projekte hat Darmstadt mit dem Geld aus den Konjunkturprogrammen von Bund und Land angestoßen. Davon haben nicht nur die Bürger profitiert, sondern laut Stadt auch das Handwerk in der Region.

Als „kleine Kompensation für Verpflichtungen der Kommunen ohne Gegenfinanzierung von Bund oder Land“ wertet Baudezernent Dieter Wenzel (SPD), die 48,5 Millionen Euro, die Darmstadt aus den Konjunkturprogrammen von Bund und Land bekommen hat. Auch wenn Teile davon nur als Darlehen gewährt wurden und zurückgezahlt werden müssen.

35,1 Millionen Euro wurden zur Sanierung von Schulen, neues Schulmobiliar und elektronische Tafeln ausgegeben, rechnet Joachim Lisowski vom städtischen Immobilienmanagement vor. 13,3 Millionen Euro sind für Infrastrukturprogramme, vor allem die Sanierung von Straßen, vorgesehen.

Die Zahlungen waren an Bedingungen geknüpft. So durfte das Geld nur für zusätzliche Projekte genutzt werden, für die noch keine kommunalen Mittel vorgesehen waren. 133 Projekte will die Stadt umsetzen, ihr Volumen reicht von 1000 Euro bis fünf Millionen. Man hätte sogar noch mehr Geld bekommen können, räumt Wenzel ein – wäre genug Personal vorhanden. Beim Immobilienmanagement seien zwar sechs neue Stellen geschaffen worden, dies habe aber nicht ausgereicht.

Regionale Wirtschaft profitiert

Durch eine Sonderregelung sei es möglich gewesen, Aufträge bis 100?000 Euro ohne Ausschreibung zu vergeben, sagt Lisowski. Projekte zwischen 100?000 und einer Million Euro mussten nur beschränkt ausgeschrieben werden. Normalerweise seien die Grenzen niedriger. „Der Erlass diente der regionalen Wirtschaft“, lobt Wenzel.

Von den rund 33 Millionen Euro für Schulen sind laut Lisowski bereits für 23,8 Millionen Euro Aufträge erteilt. Bis Ende 2011 müssen die Mittel verbaut sein. Größter Brocken ist der neue Fachklassentrakt der Bertolt-Brecht-Schule mit rund fünf Millionen Euro. Im Herbst 2011 soll alles fertig sein.

Am Berufsschulzentrum Mornewegstraße entstand für 1,7 Millionen Euro ein Übergangsbau, den Schüler der Peter-Behrens- und der Erasmus-Kitteler-Schule als Ausweichquartier nutzen, während an den eigenen Schulen gewerkelt wird. Später steht der Holzbau auch anderen Schulen als Ausweichmöglichkeit zur Verfügung. Die Turnhalle der Bernhard-Adelung-Schule soll bis Oktober 2011 für 1,1 Millionen Euro saniert werden. Auch in Eberstadt geht es voran. Die Erweiterung der Frankensteinschule für 2,8 Millionen Euro soll im August 2011 fertig sein, der Ausbau des Ganztagsangebots der Andersenschule im März.

Für 930?000 Euro bekommt die Schillerschule im Martinsviertel einen Neubau, der Während der Schulsanierung als Ausweichquartier dient und später inklusive Küche das Ganztagsangebot ergänzen soll.

Leiser Asphalt auf den Straßen

25 Projekte sind zur Verbesserung der kommunalen Infrastruktur auf den Weg gebracht worden. Von 6,7 Millionen Euro sind bereits 5,2 Millionen verplant, so für das Mehrgenerationenhaus im Akazienweg, die Sanierung des Feuerwehrgerätehauses in Wixhausen und die Anschaffung feuerfester Kleidung.

Im Straßennetz sind die größten Projekte der Ausbau der Heinrichstraße zwischen Gervinus- und Heidenreichstraße für 490?000 Euro und des Haardtrings zwischen Schepp- und Holzhofallee für 360?000 Euro. Da es im Straßenverkehrs- und Tiefbauamt eine Bestandsaufnahme gab, „konnten wir fast sofort loslegen“, berichtet Abteilungsleiter Reinhold Schuster. An beiden Stellen soll lärmreduzierender Asphalt getestet werden. Bereits abgeschlossen sind Sanierungen der Eschollbrücker, Klappacher, Frankfurter, Kasino- und Heidelberger Straße.

Auch das Grünflächenamt konnte gut eine Million Euro verbauen. Es wurden Wege im Grünzug Arheilgen, Herrngarten und Bürgerpark ausgebessert, die Skate Plaza im Bürgerpark gebaut und Bolzplätze angelegt. Gemeinsam mit dem Immobilienmanagement soll außerdem für 800?000 Euro das Freizeitgelände Steinbrücker Teich hergerichtet werden. Der Teich wurde bereits entschlammt und ein neuer Bootssteg gebaut. Nun werden der Spiel- und Grillplatz und die Toiletten modernisiert. (ryp)

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