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Gelber Sack ade

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Solche Müllberge soll es bald nicht mehr geben.
Solche Müllberge soll es bald nicht mehr geben. © Claus Völker

450.000 Euro kostet ein Versuch des Eigenbetriebs für kommunale Aufgaben und Dienstleistungen (EAD), der für 5000 Einwohner in Wixhausen und 3000 Haushalte in Wohnanlagen gelbe Wertstofftonnen ausgibt. Diese sollen die gelben Säcke ersetzen.

450.000 Euro kostet ein Versuch des Eigenbetriebs für kommunale Aufgaben und Dienstleistungen (EAD), der für 5000 Einwohner in Wixhausen und 3000 Haushalte in Wohnanlagen gelbe Wertstofftonnen ausgibt. Diese sollen die gelben Säcke ersetzen.

Fünftausend Einwohner in Wixhausen und 3000 Haushalte in großen Wohnanlagen finden dieser Tage ein Faltblatt des Eigenbetriebs für kommunale Aufgaben und Dienstleistungen (EAD) im Briefkasten, in dem mitgeteilt wird, dass sie ab Februar versuchsweise bis Ende des Jahres eine gelbe Wertstofftonne bekommen. Sie ersetzt den gelben Sack. Wolfgang Krause, stellvertretender EAD-Betriebsleiter, äußert sich optimistisch: „Wenn sich das bewährt, können wir 2014 mit der flächendeckenden Einführung der Wertstofftonne beginnen.“

Der Landkreis Darmstadt-Dieburg will zunächst die Ergebnisse aus Darmstadt abwarten, bevor er entscheidet, ob es auch dort eine Wertstofftonne geben wird. Der EAD beteiligt sich als Teil einer Gruppe von Entsorgungsbetrieben im Rhein-Main-Gebiet an einem Pilotprojekt. Es soll klären, ob die Wertstofftonne den gelben Sack ersetzen kann. Das erweiterte Müllrecycling hat in Wiesbaden und Offenbach bereits zum Jahresanfang begonnen; Frankfurt sowie der Main-Taunus- und der Hochtaunuskreis folgen im April. Ziel ist es, mehr Rohstoffe wiederzugewinnen, wie es ab 2015 gesetzlich vorgeschrieben ist.

Stadt soll sauberer werden

In die gelben Tonnen sollen die Haushalte wie bisher Verpackungen werfen, aber auch weitere Kunststoffe, Metallabfälle und Eisenwaren. Solche Wertstoffe finden sich jetzt schon oft in den gelben Säcken, wie eine Statistik des EAD ausweist. Danach enthalten sie an recycelbaren Stoffen 39 Prozent Kunststoffe, Papier (15 Prozent), Metalle (elf) und Verbundverpackungen (neun) sowie Restmüll (zwölf), Biomüll und Glas (ein Prozent).

„Rohstoffe und Energie werden immer wertvoller“, betont Krause, „deshalb ist es wichtig, mehr recycelbare Stoffe zu sammeln.“ Größter Vorteil sei allerdings, dass die Stadt sauberer werde und es nicht mehr tagelang am Stadtrand lagernde Säcke gebe wie beispielsweise am Rhönring. Die Wertstofftonne sei, so Krause, auch perspektivisch das richtige System für trockene Wertstoffe. So teste Wiesbaden bei dem Pilotprojekt – wissenschaftlich begleitet vom Institut für Abfall- und Abwasserwirtschaft in Aalen – auch die Einsammlung von Elektro-Kleingeräten; sie müssen in den meisten Kommunen bisher gesondert entsorgt werden.

Kosten von 450.000 Euro

In einer von den Stadtverordneten am 18. Dezember 2012 einstimmig (bei Enthaltung von Uwiga) verabschiedeten Magistratsvorlage heißt es, die Infrastruktur rund um die Wertstofftonne erlaube es in einem zweiten Schritt, dieses Sammelsystem auf andere Wertstoffe wie Elektroschrott und Alttextilien auszudehnen. Ähnlich hatten sich die Piraten geäußert, deren Antrag zur Einführung einer Wertstofftonne im Parlament eine Mehrheit gefunden hatte. Fachleute schätzen, dass pro Einwohner und Jahr sieben Kilogramm Wertstoffe zur Weiterverarbeitung zu holen sind, die bisher in der Restmülltonne landen. Die flächendeckende Bestückung der Darmstädter Haushalter würde den EAD nach Angaben der Stadt circa 450?000 Euro kosten. Dafür entfielen die Einkaufskosten für die gelben Säcke. Bei der Leerung der Wertstofftonnen entstünden keine oder nur vernachlässigbare Mehrkosten, heißt es in der Magistratsvorlage.

Krause hat keine Bedenken, dass es größere Schwierigkeiten mit der Einführung der weiteren Tonne geben wird. Verschiedentlich hatten Bürger bei der Einführung der Biotonne Platzprobleme geltend gemacht. „Wir haben das nachgeprüft und meist war dann doch noch Platz. Das machen wir auch bei dem Pilotversuch so“, verspricht Krause. „Die große Masse zieht wohl mit.“ (ryp.)

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