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Gefährliches Gedränge

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Die Feier der Eleonorenschule war bei Facebook angekündigt worden. „Zu viele Leute“ kamen, wie Beobachter meinen.
Die Feier der Eleonorenschule war bei Facebook angekündigt worden. „Zu viele Leute“ kamen, wie Beobachter meinen. © Jürgen Mahnke

Via Facebbook kündigen Schüler der Eleonorenschule eine Party an. Der Andrang am Samstagabend vor der ehemaligen Disco an der Darmstädter Eissporthalle ist riesig. Am Treppenaufgang wird es gefährlich eng. Polizei, Feuerwehr und Rettungskräfte rücken an.

Am Treppenaufgang zur ehemaligen Disco an der Eissporthalle in der Alsfelder Straße ist es am Samstagabend gegen 21?Uhr zu einer Panik unter den Besuchern gekommen. Verletzt wurde niemand.

Schüler der Eleonorenschule hatten dort zu einer sogenannten Vofi-Party eingeladen, die zur Finanzierung des Abi-Balls dienen soll. Auf dem Vorplatz drängten sich nach Polizeiangaben mehr als tausend Besucher, auf dem engen Treppenaufgang stauten sich die Jugendlichen. Nach Angaben von Augenzeugen soll dort geschubst worden sein, einige berichteten auch davon, dass Besucher aus der Menge gezogen werden mussten oder die Treppe hinuntergesprungen sind.

Die Polizei hatte mehrere Notrufe erhalten und rückte mit starken Kräften aus. Feuerwehr und Rettungskräfte waren ebenfalls schnell am Ort des Geschehens, mussten aber nicht mehr eingreifen – die Polizei hatte die Veranstaltung bereits beendet.

Polizei beendet Veranstaltung

Ein 17-Jähriger ist sichtlich aufgelöst, als er eine halbe Stunde später auf dem mit Scherben übersäten Vorplatz ein ums andere Mal wiederholt, das sei wie bei der Love Parade gewesen. Im August waren in Duisburg bei der Massenveranstaltung 21 junge Leute ums Leben gekommen, als eine Panik am Zugang ausbrach. „Das waren viel zu viele Leute“, sagt er. „Das war ohne Struktur, das darf nicht passieren.“

Er habe bei der Security ausgeholfen. „Ich hab’ gesehen, wie welche vor mir umgekippt sind.“ Die Party sei auf der Internetplattform Facebook angekündigt worden, 1400 oder 1500 hätten sich angemeldet, 2000 hätten vielleicht kommen wollen. In den beiden Räumen der Disco ist aber nur Platz für 800 Gäste.

Und auch diese Zahl ist sportlich, wie Bernd Neubert, Chef der städtischen Bauaufsicht, anmerkt, der am Samstagabend herbeigerufen wurde. Allerdings waren zum Zeitpunkt der Panik nur 235 Leute drinnen, wie der Zähler der Veranstalter zeigt. Das Problem war draußen: die enge Treppe mit der Betonbrüstung, die in den ersten Stock führt.

Zwei der vier 15- bis 17-Jährigen, die auf Freunde warten, haben das Szenario von unten beobachtet. „Auf der Treppe war’s ganz eng“, berichtet das eine Mädchen. „Da waren zu viele Leute“, sagt die zweite. „Es gab Gedrängel, und die Leute haben keine Luft mehr gekriegt.“ Und die erste ergänzt: „Das war gruselig – ich wär’ da nicht reingegangen.“ Auch diesen Mädchen drängt sich ein Gedanke auf: „Wie bei der Love Parade.“

Die Polizei und das Ordnungsamt werden die Veranstaltung ordnungsrechtlich prüfen. Solange keine Anzeigen wegen fahrlässiger Körperverletzung erstattet werden, gibt es keinen Grund für Ermittlungen. Ein junger Mann war wegen Beleidigung vorläufig festgenommen worden. Die Polizei hofft nun auf weitere Zeugen.

Für Feuerwehrchef Johann Braxenthaler hat das Ganze noch eine andere Dimension: „Das ist ein Wahnsinnsbeispiel für eine Internet-Einladung.“ ( rwb)

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