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Gedenkstein für Soldaten

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Mit einer Trauerfeier haben Angehörige am Samstag im Wald bei Brandau an die Insassen der 1943 abgestürzten Lancaster Maschine gedacht. Die Soldaten kamen aus England, Schottland, Kanada, Australien und den USA. Eine Gedenktafel markiert jetzt den Absturzort, an dem die sieben Männer starben.

„Es war ein langer Weg hierher, aber wir sind dankbar, zu dem Wissen um diese letzte Ruhestätte gekommen zu sein“, sagte Pater Alex Hobson von der Royal Air Force. Im März hatte ein Team um Danny Keay die Maschine ausgegraben, die Fundstücke sind jetzt im Alten Rathaus in Brandau ausgestellt.

Der Sohn von David Henry Little ist das erste Mal an den Ort gekommen, an dem sein Vater starb. Der Soldat hatte nach Augenzeugenberichten noch versucht, sich mit dem Fallschirm zu retten. Am Morgen nach dem Absturz fand man ihn in einem Baum. Er wurde wie die anderen beiden noch identifizierbaren Leichen auf dem Kriegsfriedhof in Dürnbach bestattet.

Andere mussten mehr als 60 Jahre warten, um der Trauer einen Ort geben zu können. Zu ihnen gehört John Tutt (87) aus der Nähe von Brighton. Er nimmt noch einmal Abschied von seinem Bruder, Bernard Frederick Tutt. Der Funker auf der Maschine wurde nie gefunden. Sein Neffe und Sohn des Verstorbenen, Keith (67) beschreibt: „Für meinen Onkel, der seinen großen Bruder vergöttert hat, ist das hier eine Möglichkeit zum Abschluss. Er kann zur Ruhe zu kommen.“

Linda Ralph (50) aus Schottland, Nichte des Ingenieurs George Smith, streute im Anschluss an den Gottesdienst Mohnsamen aus. Die Mohnblume stehe für die Erinnerung, erklärte sie. Sie will wieder kommen, der Ort gebe ihr eine Verbindung zu den verlorenen Angehörigen. Doch nicht nur die Tatsache nun eine Trauerstätte zu haben, helfe bei der Verarbeitung. Von der 18-jährigen Großnichte bis zum über 80-jährigen Bruder habe die Trauer die Familien nahe zueinander gebracht. (eda)

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