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Ganz in Gelb

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Von: Frank Sommer

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Die Kostümführungen über die Mathildenhöhe, hier Gästeführerin Ulla Brune-Wölfing, waren am Wochenende gefragt.
Die Kostümführungen über die Mathildenhöhe, hier Gästeführerin Ulla Brune-Wölfing, waren am Wochenende gefragt. © Michael Schick (Michael Schick)

Zehntausende Besucher bei den 14. Jugendstiltagen auf der Mathildenhöhe.

Gegen 21 schlägt die Stunde der Fotografen: Als es am Samstag dunkler wird, zücken die Fotofreunde ihre Kameras und gehen auf Motivjagd. Wirklich schwierig ist es nicht, denn bei den Jugendstiltagen auf der Mathildenhöhe gibt es so ziemlich nach jedem Schritt ein schönes Motiv zu erhaschen: Ob picknickende Besucher, Windlichter vor den Skulpturen oder ein Detail der Russischen Kapelle vor dunkelblauen Himmel – schöne Ansichten gibt es zuhauf.

Dabei hatten die 14. Jugendstiltage am Freitag eher nass begonnen. wegen des Regens musste das Eröffnungskonzert vom Platanenhain in die Main-Hall am Osthang verlegt werden. Am Samstag zum Illuminationsfest konnten tausende Besucher dafür bei strahlendem Sonnenschein über das Gelände flanieren.

Dass die Mathildenhöhe bei Einbruch der Dunkelheit stimmungsvoll beleuchtet ist, dafür sorgt die Lampioncrew. Zu ihnen gehört auch Katharina Behr. „Ich helfe schon seit Jahren beim Fest“, sagt sie und faltet einen der rund 300 Lampions auf. Gelb ist dieses Jahr die Farbe des Festes. Mit einer Stange werden die Lampions mit den nach unten hängenden Dochten in den Bäumen beim Schwanentempel befestigt. „Sobald es dunkel wird, gehen wir dann mit Fackeln herum und entzünden die Lampions“, sagt Jürgen Kaul.

Feuerzeuge sind das wichtigste Requisit der Illuminationscrew: Die rund zwölf Helfer haben tausende gelbe Windlichte überall auf der Mathildenhöhe und den benachbarten Straßen verteilt und zünden sie an. „Wir haben jedes Jahr über 80 ehrenamtliche Helfer. Ohne sie gäbe es unser Fest nicht“, sagt Anja Herdel vom ausrichtenden City-Marketing. Während einige Helfer für die stimmungsvolle Beleuchtung sorgen, helfen andere an den Ständen aus oder sind in den geöffneten Jugendstilhäusern im Einsatz.

Das Große Haus Glückert, das Haus Olbrich und das Haus Deiters sind geöffnet und wahre Besuchermagneten. Gästeführerinnen in Kostüm erzählen die Geschichte der Gebäude und weisen den Weg zu Sehenswürdigkeiten auf der Mathildenhöhe. Im Haus Olbrich ist Uschi Geiling unterwegs und zeigt Bilder, wie das Haus vor den Kriegszerstörungen aussah. „Der große Saal ging über zwei Stockwerke“, sagt sie. Im Speisezimmer zeigt sie den Besuchern Vertiefungen in den Wänden. „Auf alten Fotos ist zu sehen, dass da Verzierungen drin standen.“

Andrang herrscht in der Main-Hall, als Kulturreferent Ludger Hünnekens über die Zukunft der Mathildenhöhe als Weltkulturerbestätte berichtet. „Mit dem Andrang, der heute herrscht, rechnen wir dann auch an normalen Wochenenden“, sagt er, „deshalb brauchen wir ein Besucher-Konzept.“

Sollte die Mathildenhöhe zur Welterbestätte ernannt werden, könnten die Jugendstiltage weiterhin dort gefeiert werden, sagt Herdel. „Es gäbe dann aber strengere Auflagen zum Schutz der Skulpturen.“ Schon jetzt habe man die Zeltstadt im Platanenhain neu geordnet, um die Skulpturen einerseits zu schützen und andererseits auch besser sichtbar zu machen. „Aber die Jugendstiltage bleiben ein Fest der Bürger – wir haben ja den Auftrag, die Einzigartigkeit der Mathildenhöhe zu vermitteln. Und dazu gehört eben auch ein Fest wie dieses.“

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