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Im Galopp über die Piste

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Die Sprungschanze im Parcours sorgte für artistische Einlagen.
Die Sprungschanze im Parcours sorgte für artistische Einlagen. © Karl-Heinz Bärtl

Wintersport mal ganz anders: Der Lindenhof veranstaltet einen Wettbewerb in der skandinavischen Sportart Skijöring.

Wintersport mal ganz anders: Die Besitzer des Lindenhofs im Modautaler Ortsteil Brandau haben am Wochenende das erste Ski- und Schlittenrennen veranstaltet, bei dem die Fahrer von Pferden und Ponys durch einen Parcours gezogen wurden. "Schlitten oder Skier hinter die Pferde zu spannen, wurde irgendwann so eine Art Familien-Aktivität bei uns", berichtete Nicole Schellhaas (30), die den Hof gemeinsam mit Tobias Gronert (37) führt.

So entstand die Idee, ein Rennen nach skandinavischem Vorbild zu organisieren. In der Sportart Skijöring, bei der Pferde Skifahrer ziehen, gibt es richtige Meisterschaften. In Brandau stand am Sonntag weniger der sportliche Ehrgeiz als vielmehr der Spaß im Vordergrund. Bei Sonnenschein, Glühwein und heißem Apfelsaft fanden sich viele Zuschauer ein, um den Gespannen bei der Parcours-Umrundung zuzuschauen.

Hufeisen sind hinderlich

Die Tiere müssen zuvor trainiert werden: "Sie müssen eingefahren werden und sich an das Gespann gewöhnen", erklärte Lena Schellhaas (17), die mit Pferd Annika einige Skifahrer zog. Außerdem sei das Reiten auf Schnee rutschiger: "Die Pferde sollten keine Hufeisen haben, sonst ist das Reiten wie Schlittschuhlaufen." Besonders gut eignen sich Kutschpferde, wie Georg von Stein (37) aus Heschenrode zeigte. Der deutsche Vizemeister im Kutschefahren hatte eines seiner "Stangenpferde" mitgebracht und zog damit Skifahrer Jürgen Plößer (49). Am Vortag hatten sie das erste Mal geübt: "Ich finde es gut, wenn hier in der Gegend was gemacht wird, und da ist man zum Spaß gern dabei."

Mit dem Pferd preschte von Stein durch den Parcours, und Plößer schafft mit Leichtigkeit die kleine Sprungschanze. Weniger als eine Minute brauchte das Gespann, und Moderator Stefan Roth kommentierte scherzhaft: "Für die Vita des Vizemeister sieht es natürlich gut aus, wenn er den Lindenhof-Cup gewinnt."

Sabine Rapp (43) und Tochter Fenja (15) kamen vom Nachbarhof: "Von Skijöring hatten wir noch gar nichts gehört, als wir mit dem Schlittenziehen anfingen", erzählten sie. Es mache einfach Spaß. Der Parcours auf dem Lindenhof sei allerdings eine kleine Herausforderung, weil die Schlittenfahrer nicht nur die Hindernistonnen umrunden, sondern auch ein Fähnchen einsammeln und an anderer Stelle wieder in eine Vorrichtung stecken mussten. "Das haben wir jetzt natürlich nicht geübt, mal sehen ob´s klappt", sagte Rapp. Sie schaffte es problemlos.

Clown verliert Gleichgewicht

Für Belustigung sorgte Skifahrer Harald Schellhaas (55), der im Clownskostüm den Parcours nahm: Mit dem Gleichgewicht schien es zu hapern, die Schanze versetzte ihn in den freien Fall. Über die Ziellinie schafft er es nur noch zu Fuß und mit einer Bauchlandung. "Wir freuen uns schon auf den zweiten Durchgang von Hengst Hindernistonnentierte Roth die amüsante Show. Die Veranstalter planen eine Fortsetzung im nächsten Winter - wenn es wieder so viel schneit in Südhessen. (eda)

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