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Für ein autoarmes Martinsviertel in Darmstadt

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Von: Jens Joachim

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Beim „Superblock-Sonntag“ in Wiesbaden nahm der dortige Umwelt- und Verkehrsdezernent Andreas Kowol Anfang Juli an einer Gesprächsrunde teil.
Beim „Superblock-Sonntag“ in Wiesbaden nahm der dortige Umwelt- und Verkehrsdezernent Andreas Kowol Anfang Juli an einer Gesprächsrunde teil. © ROLF OESER

Das Ordnungsamt der Stadt Darmstadt wollte zunächst eine Versammlung der Initiative „Martin macht Platz“ nicht genehmigen. Die FDP will indes im Stadtparlament über Auswirkungen eines „Superblocks“ auf umliegende Straßen debattieren.

Im Darmstädter Martinsviertel will an diesem Samstag die Initiative „Martin macht Platz“ abermals für die Idee eines innerstädtischen „Superblocks“ demonstrieren, in dem der Autoverkehr verbannt oder zumindest stark reduziert wird. Parallel zum Riegerplatzfest soll die an den Platz angrenzende Kaupstraße für den motorisierten Verkehr gesperrt werden. Die öffentlich nutzbare Fläche soll auf diese Weise durch die Straßensperrung zwischen dem Riegerplatz und dem Lichtenbergplatz erweitert werden. Von 15 bis 22 Uhr gibt es ein Programm mit Musik und verschiedenen Aktionen.

„Martin macht Platz“ wird ausgerichtet von einem breiten zivilgesellschaftlichen Aktionsbündnis, an dem sich auch der Kreisverband Darmstadt-Dieburg des Verkehrsclubs Deutschland und die Initiativen „Transition Town Darmstadt“, „Architects4Future“ und „Heiner*blocks“ sowie die Kulturschaffenden „das blumen“ beteiligen.

Das Ordnungsamt der Stadt hatte sich nach Informationen der FR zunächst allerdings strikt geweigert, die geplante Sperrung der Straße als Versammlung anzuerkennen. Jakob Wolber als Anmelder der Aktion hatte beim Verwaltungsgericht Darmstadt über eine Anwältin bereits einen Eilantrag gestellt, als es am Montag doch noch zu einem klärenden Gespräch mit Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne) kam. Die Klage wurde schließlich zurückgenommen, weil die Aktion nun doch als Versammlung gilt und Parkverbotsschilder aufgestellt werden sollen.

Die Darmstädter FDP-Fraktion will indes erreichen, dass über die Auswirkungen eines möglichen Superblocks auf umliegende Straßen während der nächsten Sitzung der Stadtverordnetenversammlung debattiert wird. Stadtrat und Mobilitätsdezernent Michael Kolmer, der auch OB-Kandidat der Darmstädter Grünen ist, hatte dem Stadtverordneten Leif Blum jüngst in einer Kleinen Anfrage geantwortet, dass die städtebauliche Idee eines Superblocks als „Teil des städtischen Mobilitätssystems“ zu verstehen sei. Gemäß des Masterplanprozesses sei es das Ziel der Stadt, den Kraftfahrzeugverkehr auf ein notwendiges Maß und einen Anteil am Gesamtverkehrsaufkommen von 25 Prozent zu reduzieren. Gemäß des Koalitionsvertrags zwischen Grünen, CDU und Volt befasst sich laut Kolmer bereits die Mobilitätsverwaltung im Bereich der konzeptionellen Verkehrs- sowie Nahmobilitätsplanung auf Fachebene mit der Idee eines autoarmen Bestandsblocks.

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