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Führung des Klinikums komplett

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Steffen Gramminger (Zweiter von rechts) wird von den neuen Kollegen begrüßt.
Steffen Gramminger (Zweiter von rechts) wird von den neuen Kollegen begrüßt. © Claus Völker

Steffen Gramminger tritt die Stelle als ärztlicher Geschäftsführer des Krankenhauses an. Unter 25 Bewerbern hat sich die Findungskomission klar für den 49-jährigen Mediziner ausgesprochen.

Die Führung des städtischen Klinikums mit der Stadt als alleinigem Gesellschafter ist seit gestern wieder dauerhaft besetzt. Klinikdezernent André Schellenberg (CDU) sagte bei der Vorstellung von Steffen Gramminger als neuem ärztlichen Geschäftsführer, damit sei das Klinikum mit einem versierten Kaufmann (Geschäftsführer Clemens Maurer) und einem versierten Mediziner optimal aufgestellt. Die Findungskommission habe sich unter 25 Bewerbern einstimmig für Gramminger ausgesprochen.

Der in Mannheim-Neckarau geborene Mediziner – 49 Jahre alt und seit fast 20 Jahren im Gesundheitswesen tätig – teilt sich die Führung mit Maurer, der seit 1. März vergangenen Jahres kaufmännischer Geschäftsführer ist.

Doppelspitze wird begrüßt

Gramminger löst Martin Welte ab, der interimistisch in die Geschäftsführung berufen worden war, nachdem sich die Stadt von dem früheren Geschäftsführer Gerhard Becker getrennt hatte. Das Krankenhaus mit 900 Betten und über 2200 Mitarbeitern stehe vor großen Sonderaufgaben wie Errichtung des zentralen Neubaus, Eingliederung des Standorts Eberstadt und erhebliche Investitionen im Bestand auf dem Campus Grafenstraße, sagte Schellenberg. Dazu zähle auch die Suche nach Partnern in Südhessen und die Fortschreibung des medizinischen Konzepts. Bei Gramminger habe ihn über dessen Expertise hinaus beeindruckt, dass er beispielsweise mit einem berufsbegleitenden Studium, der Spezialisierung auf Medizincontrolling und als Honorarprofessor immer über den Tellerrand hinaus geblickt habe.

Maurer begrüßte die neue Doppelspitze, sprach von einem Spannungsfeld zwischen medizinischer Qualität und Finanzen und betonte, beide Geschäftsführer seien einig darüber, wohin das Klinikum sich weiterentwickeln und in welchem Maße sich für Partner öffnen solle.

Gramminger bezeichnete seine neue Aufgabe als angenehme Herausforderung und sagte, er verspüre hier eine Aufbruchstimmung. Mit dem guten Mitarbeiterteam könne man viel bewegen. Nach dem Abgang Beckers habe man den von allen Führungskräften unterschriebenen Businessplan zur künftigen Entwicklung des Klinikums inklusive zentralem Neubau „durchforstet und realistisch aufgestellt“. Das Mitnehmen der Mitarbeiter und ein positives Binnenklima seien Grundvoraussetzung für die weitere Entwicklung. Dies sei umso wichtiger als die Umsetzung des Businessplans, der zu schwarzen Zahlen am Klinikum führen soll, mit Härten verbunden sei. Auf Nachfrage sagte Welte, man sei mitten in einem Change-Management: „Da wird nicht jedem alles gefallen.“ So werde beispielsweise ein einheitliches Verfahren aller Einzelkliniken bei der Aufnahme von Patienten angestrebt.

Abbau von Personal

Maurer ergänzte, die GmbH müsse sich selbst tragen; von der Stadt gebe es kein Geld. Nachdem das Klinikum in der Vergangenheit mehr ausgegeben habe als an Einnahmen hereinkam, enthalte der Businessplan nun all das, was sich das Klinikum leisten könne.

Auf Dauer werde das Klinikum weniger Mitarbeiter haben als heute. Dies sei aber ein langer Prozess und passiere nicht mit der Brechstange. Stelle sich bei prozessorientierten Analysen heraus, dass bestimmte Arbeiten wegfielen, werde man die natürliche Fluktuation zum Abbau von Personal nutzen.

Auf die Frage nach dem Stand der Partnersuche erläuterte Schellenberg, mit dem Landkreis Darmstadt-Dieburg sei man sich einig, die Zusammenarbeit bis hin zu einer möglichen Fusion, abhängig vom Votum des Kartellamts, voranzutreiben.

Das katholische Rochus wolle nun zunächst versuchen, sich aus eigener Kraft zu sanieren, was der Klinikdezernent sehr skeptisch beurteilt. Und das Marienhospital? „In der Ruhe liegt die Kraft“, ließ sich Maurer dazu nur entlocken. ryp

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