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Frischer Wind in der Waschbar

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Die neue Inhaberin plant ein Wohnzimmertheater

Mitte September vergangenen Jahres hat Wiebke Caroline Mletzko die Waschbar an der Ludwigstraße in Rüsselsheim übernommen und gleich jede Menge Ideen realisiert. Ihr neuestes Projekt: das Wohnzimmertheater.

Selbst wer die Waschbar mit ihren beiden, von der Straße aus gut einsehbaren Räumen bestens kennt, dürfte kaum wissen, dass dazu ein Wohnzimmer gehört. Man muss im Hinterhof ein paar Treppen hochsteigen, und schon findet man sich in einem richtig altmodisch eingerichteten Zimmer wieder. Und genau dieses Zimmer will Wiebke Caroline Mletzko für künstlerische Aktivitäten nutzen.

Und wer darf im Wohnzimmertheater auf die Bühne? „Vorstellungen könnten alle diejenigen geben, die sich dazu berufen fühlen“, sagt die 51 Jahre alte Diplom-Psychologin, die auch offen für durchaus verrückte Ideen ist. Für eine große Kulisse bietet das etwa 20 Quadratmeter große Waschbar-Wohnzimmer selbstverständlich keinen Platz. Künstlerisch verwirklichen könnten sich hier kleine Gruppe, die minimalistisches Theater bieten, bei dem beispielsweise das Publikum eingebunden wird.

Stand-up-Comedian willkommen

„Gerne kann auch ein Stand-up-Comedian hier auftreten“, sagt Wiebke Caroline Mletzko. Sollte es doch eine größere Theatergruppe sein, würde sich immer noch der weitaus größere Raum anbieten, in dem sich tagsüber die Waschtrommeln drehen. „Jetzt warte ich erst einmal auf Interessenten, die das Wohnzimmer mit Theaterleben füllen wollen“, hofft Mletzko.

Und wer ein Instrument beherrscht, ist am Donnerstagabend in der Waschbar willkommen. Dann darf dort nach Lust und Laune mit allen möglichen Instrumenten „gejammt“ werden.

Als die in Königstädten lebende und in Groß-Gerau eine Praxis betreibende Psychologin die Waschbar Mitte September übernahm, setzte sie sofort neue Ideen um. So gibt es beispielsweise Sonntagnachmittags Kaffee und Kuchen zu Songs aus den 20er bis 60er Jahren. „Und an den Samstagabenden sendet Radio Rüsselsheim (UKW 90,9) live aus der Waschbar“, freut sich Wiebke Caroline Mletzko. Eine weitere Idee, die bislang gut ankam.

Auch für Kinder will sie einiges bieten. Am 14. März (Samstag) wird um 15 Uhr das Kindermärchen „Knüllmilch Palinktifan“ aufgeführt, unter anderem mit Wiebke Caroline Mletzkos 15 Jahre alter Tochter Rebecca. Die Schülerin der Immanuel-Kant-Schule ist ebenso musikalisch wie ihre Mutter und wird in der Waschbar noch einige Male ihr Talent unter Beweis stellen.

Therapeutisch musizieren

Und das ist noch nicht alles. Das plant Wiebke Caroline Mletzko außerdem: Schon bald könnten sich in der Waschbar einmal in der Woche junge Erwachsene aus den Werkstätten für Behinderte Mörfelden-Walldorf treffen, um dort gemeinsam mit Mletzko therapeutisch zu musizieren. „Das könnte ab April so laufen, sobald die Werkstätten grünes Licht gegeben haben“, sagt die Waschbar-Inhaberin.

Vorbesitzer Andreas Andel, der die Schimäre aus Waschsalon und Bar im Jahr 2001 aus der Taufe gehoben hatte, will sich nach dem Verkauf der Waschbar zunächst auf den Kioskbetrieb mit Veranstaltungen im Waldschwimmbad konzentrieren, wo er seit Sommer 2013 aktiv ist.

Zweites Standbein des Stadtverordneten im Fraktionenbündnis RFFW und ehemaligen Strandbar-Betreibers ist seine Veranstaltungsagentur Royal Andel Events, die er auf die Beratung von Einsteigern in die Gastronomie ausgeweitet hat. Wiebke Caroline Mletzko sei früher eine seiner Stammgäste in der Waschbar gewesen und habe unter mehreren Interessenten von ihm den Zuschlag erhalten, erzählt er. (eda)

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