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Freude über die Sanierung

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Der Hausmeister der Hauffschule, Filadelfio Locicero, begutachtet die neue Toilette.
Der Hausmeister der Hauffschule, Filadelfio Locicero, begutachtet die neue Toilette. © Claus Völker

Die Wilhelm-Hauff-Schule feiert ihre neue Toilettenanlage. Nach Angaben der Stadt hat die Sanierung 335 000 Euro gekostet. Die technischen Neuheiten entsprechen den Anforderungen und sind vor dem Hintergrund eines latenten Vandalismus zu sehen.

Es zeugt von hoher Wertschätzung, wenn eine Schulgemeinde eine für sie unverzichtbare, zwischenzeitlich in Verruf gekommene, nun aber fein herausgeputzte Einrichtung würdigt – und es ist schon gar nicht selbstverständlich. Doch Rektorin Jutta Hallermann und ihr Kollegium hielten es für angebracht, die Fertigstellung der neuen Toilettenanlage gebührend zu würdigen.

In einem Umfeld wie im Süden Eberstadts, wo es die Pädagogen und ihre Mitstreiter aus unterschiedlichsten Einrichtungen wie etwa der Schulsozialarbeit mit einem oft schwierigen Schüler- und Elternklientel zu tun haben, ist es umso wichtiger, sensibel zu bleiben für Tugenden wie Dankbarkeit und Respekt.

„Die Toiletten sind jetzt wunderbar, ja, die Klos, die sind grandios“, sangen Chor- und Percussion-AG, angeleitet von Michael Boettger. Der Musikpädagoge hatte mit den Grundschülern einen Auftritt einstudiert, den ihre gut 200 Mitschüler und die Pädagogen mit tosendem Applaus quittierten. Ein kleiner Rap schloss sich an: „Wo gibt es so was? Vielleicht im Weißen Haus, da kenn ich mich nicht aus.“

60 Quadratmeter große Anlage

Jutta Hallermann wies darauf hin, die im Mai begonnenen, im Zuge des Schulbausanierungsprogrammes vorgezogenen Arbeiten seien in Abstimmung mit Elke Seipp vom Immobilienmanagement Darmstadt rücksichtsvoll erfolgt. Diesem Lob folgte ein Appell an alle: „Wir müssen dafür sorgen, dass es so schön bleibt.“

Mit der nach Angaben der Stadt 335 000 Euro teuren Sanierung war das Darmstädter Architekturbüro Roland Kaupp beauftragt. Die rund 60 Quadratmeter große WC-Anlage auf der linken Seite des Eingangsbereichs war bis auf den Rohbau zurückgebaut worden; sie hat nun zusätzlich ein behindertengerechtes WC und einen Putzraum.

Die technischen Neuheiten entsprechen den Anforderungen und sind vor dem Hintergrund eines auch die Grundschule nicht verschonenden latenten Vandalismus zu sehen. Die Waschtische bestehen aus robustem, stoß-, kratz- und feuersicherem Material. Temperiert wird die Sanitäranlage über eine in der Decke eingebaute Lüftung samt Wärmerückgewinnung. Die ehemaligen Heizkörper, schilderte die Rektorin, seien gern zu Kletterzwecken missbraucht worden, um durchs Oberlicht dem Pausentreiben auf dem Hof zuzusehen. Zum Zwecke einer verbesserten Hygienesicherheit im Boden sind die Fliesen, wie IDA-Mitarbeiterin Elke Seipp erläuterte, hohlraumfrei verlegt worden (Fachbegriff: Floating-Buttering-Verfahren) und mit einer Epoxitharz-Verfugung versehen.

Toilettenanlage mit elektronischer Schließung

Schließlich ist der Zugang zur Toilettenanlage – mit Ausnahme der Pausen – nur noch über eine elektronisch gesteuerte Schließung möglich. Es bedarf eines Transponders, um die Türen zu öffnen. Die kleinen Chips geben die Lehrerinnen und Lehrer den Schülern, wenn diese während des Unterrichts auf Toilette müssen.

Damit sich die Kinder nicht in der Tür irren, sind diese farblich klar akzentuiert: hellblau für Mädchen, hellgrün für Buben; das Behinderten-WC ist rot. how

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