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Freisprüche im Prozess um erzwungenes Koranverse-Lernen

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Den Angeklagten wurde vorgeworfen, eine Frau zum Lernen von Koranversen zu zwingen.
Den Angeklagten wurde vorgeworfen, eine Frau zum Lernen von Koranversen zu zwingen. © imago

Den Angeklagten war vorgeworfen worden, eine Halbschwester des Mannes eingesperrt und gezwungen zu haben, Korantexte zu lernen. Nun wurden sie freigesprochen.

Im Darmstädter Prozess um das Lernen von Koranversen unter Zwang sind am Mittwoch beide Angeklagten freigesprochen worden. Ein Mann und seine Frau waren vor dem Landgericht wegen Geiselnahme, Freiheitsberaubung und gefährlicher Körperverletzung angeklagt. Dem aus Afghanistan stammenden Paar war vorgeworfen worden, eine Halbschwester des Mannes eingesperrt und unter anderem gezwungen haben, Korantexte zu lernen. Die Staatsanwaltschaft forderte deswegen acht Jahre beziehungsweise acht Jahre und drei Monate Haft für die beiden, die Verteidigung plädierte dagegen auf Freispruch.

Der 44 Jahre alte Mann und die 37 Jahre alte Frau sollten das 28 Jahre alte Opfer im Jahr 2015 im südhessischen Eppertshausen neun Tage festgehalten haben. Sie sollten die Frau unter anderem auch genötigt haben, traditionelle islamische Kleidung zu tragen, auf die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) zu schwören sowie IS-Propagandavideos zu schauen. Zudem sollten sie dem Opfer wenig zu essen gegeben haben. Der Angeklagte hatte die Vorwürfe im Prozess zurückgewiesen und gesagt, Verwandte hätten diese erfunden. (FR/dpa)

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