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Freie Fahrt für reine Luft

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Eine Umweltzone wird es in Darmstadt vorerst nicht geben. Auch Tempo 30 auf den Hauptverkehrsstraßen erteilen die Stadtverordneten eine Absage.

Darmstadt. Eine Umweltzone mit Verkehrsbeschränkungen für Autos mit veralteter Abgastechnik wird es in Darmstadt vorerst nicht geben. Das hat das Stadtparlament am Dienstagabend entschieden. Auch Tempo 30 auf Hauptverkehrsstraßen erteilten die Stadtverordneten eine Absage.

Die Stadt setzt in ihrem einstimmig beschlossenen Luftreinhalteplan vor allem auf flüssigeren Verkehr. Dazu soll es eine intelligente Ampelsteuerung geben, die auf Veränderungen des Verkehrsaufkommens reagiert. Zudem gilt die Straßensanierung als Beitrag zur Luftreinhaltung.

Die Wirkung einer Umweltzone in Darmstadt war vom Hessischen Umweltministerium untersucht worden. Dabei gab es zwei Modelle: Eine enge Zone, die die Innenstadt zwischen Kasinostraße/Rhönring/Spessartring und der Heinrichstraße abdeckt, und eine weitere Zone entsprechend dem Lkw-Fahrverbotsbereich.

Die Auswirkung der engeren Zone ist laut Ministerium nicht messbar. Für die größere Zone wird eine um fünf bis sechs Prozent geringere Feinstaub-Belastung vorhergesagt. Dagegen steige die Belastung mit schädlichem Stickstoffdioxid (NO2), weil Dieselautos mit Rußpartikelfilter mehr NO2 ausstoßen.

Von nächtlichem Tempo 30 auf Hauptverkehrsstraßen warnt das Ministerium ausdrücklich: Das sei "eher kontraproduktiv". Wenn die Autos 20 Stundenkilometer langsamer fahren, stießen sie 14 Prozent mehr Stickstoffdioxid und 23 Prozent mehr Feinstaub aus. Christopher Sperling (Grüne) stellte dies in Frage. Eine Studie in Berlin habe vor drei Jahren ergeben, dass der Schadstoffausstoß dadurch sehr wohl vermindert werde, wenn auch in bescheidenem Umfang.

Weiterhin im Luftreinhalteplan enthalten sind der Einsatz abgasarmer Busse im Nahverkehr, die Umrüstung des städtischen Fuhrparks sowie die Beibehaltung und bessere Überwachung des Lkw-Fahrverbots. (bad)

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