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Frauenhaus stößt an Grenzen

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Das Frauenhaus und seine Beratungsstelle haben die Obergrenzen ihrer Kapazitäten überschritten. 2012 fanden 76 Opfer häuslicher Gewalt Zuflucht in dem Haus. Aber 160 Frauen mussten abgewiesen werden.

Das Darmstädter Frauenhaus und seine Beratungsstelle haben die Obergrenze ihrer Kapazitäten überschritten. Im vergangenen Jahr fanden 76 Opfer häuslicher Gewalt Zuflucht in dem Haus. Aber 160 Frauen mit 152 Kindern mussten abgewiesen werden.

Auch zehn Jahre nach Inkrafttreten des Gewaltschutzgesetzes suchen jede Menge Frauen Schutz. „Gewalt ohne Ende“, kommentiert die Leiterin des Frauenhauses, Christine Omasreiter. Viele Frauen blieben 2012 länger als ein halbes Jahr, weil der Wohnungsmarkt in Darmstadt so schwierig ist.

76 Prozent der Frauen waren Einwanderinnen, wobei die Frauen aus der Türkei und aus Osteuropa die größten Gruppen stellten. Ausgerechnet Migrantinnen, die in großen Familienverbänden leben, nütze das Gewaltschutzgesetz am wenigsten, stellen Christine Omasreiter und Christine Degel, zuständiges Vorstandsmitglied des Frauenhaus-Trägers Frauenring, fest.

Denn das weist nur den Täter für zunächst 14 Tage aus der gemeinsamen Wohnung oder spricht ein Näherungsverbot aus. Wohnt aber die restliche Familie ebenfalls in der Nachbarschaft und übt auf die Frauen Druck aus, geben diese häufig nach. Erst recht, wenn die Opfer auf keine anderen sozialen Strukturen zurückgreifen können.

Unterstützung erhalten solche Frauen in der Beratungsstelle in der Bad Nauheimer Straße. Doch die Räumlichkeiten sind inzwischen zu klein, und auch das Personal müsse aufgestockt werden, sagt Christine Degel. Nachdem die Stadt das Frauenhaus nach Kräften unterstützt, sieht Christine Omasreiter nun vor allem Land und Bund in der Pflicht. Das Land, kritisiert sie, „finanziert in der Fläche überhaupt nicht“. Und Christine Degel sieht eine Diskrepanz darin, „dass das Land immer wieder betont, wie wichtig ambulante Angebote seien“, aber kein Geld dafür gebe. (rwb.)

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