1. Startseite
  2. Rhein-Main
  3. Darmstadt

Forschung originell serviert

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Beim Science Slam präsentieren Wissenschaftler mit Wortwitz Kostproben ihrer Arbeit

Wissenschaft in extremer Kürze und mit Wortwitz, Irrwitz und Spielwitz – ist das machbar? Ganz offensichtlich ja. Alex Dreppec, Darmstädter und Doktor der Psychologie, hat 2006 den Wissenschafts-Slam erfunden. In seiner Dissertation beugte er sich tief über die Verständlichkeit von wissenschaftlichen Texten. Danach war die Kreation des Science Slam quasi unausweichlich. Der nächste wird am Freitag die Centralstation durchwirbeln.

Jenseits von Verquastheit, fremdwörtelnder Kompliziertheit und austrocknungsgefährdeter Nüchternheit sprechen Wissenschaftler über ihren Forschung. Das Kampf- und Konkurrenzprinzip ist dabei den Dichterschlachten (Poetry Slams) entlehnt.

Zu den Kandidaten gehört „Ur-Heiner“ und Mitorganisator Fabian Oberfahrenhorst (34). Er ist Historiker, sein Thema das finstere Mittelalter. Der Physiker André Lampe (Berlin) spricht über den Hodenknackerfisch, die Biologin Daniela Szymanski (Senckenberg-Museum Frankfurt) über unterschätzte Dinosaurier und der Darmstädter Stadtarchiv-Direktor Peter Engels erklärt, warum der Lange Lui lang ist. Wer den Mann nur als betont sachlichen Auskunftgeber kennt, wird umdenken müssen. Oberfahrenhorst versichert: „Der taut auf!“

Insgesamt acht echte, auf der Bühne auftauende und nur über ihre eigene Forschung berichtende Wissenschaftler treten an. Es geht um Esprit und Verständlichkeit – alles ansprechend verpackt und originell serviert. „Wer nur Pointen bringt und keine Inhalte, fällt normalerweise hinten rüber“, sagt Oberfahrenhorst.

Aber gibt es wirklich genug Wissenschaftler, die sich einen Slam zutrauen? „Die Szene ist nicht riesengroß“, sagt Dreppec, aber sie wachse schnell. „Im Grunde gibt es massenweise Freaks, die sich auf solchen Bühnen produzieren können.“ Oberfahrenhorst ist schon ganz zappelig: „Die Teilnehmer haben einfach große Lust, sich auf der Bühne mal auszutoben.“

Nicht nur am Woog: In mehr als 30 Städten der Republik gibt es inzwischen Science Slams. 2012 wollen Dreppec und Oberfahrenhorst die Deutsche Meisterschaft nach Darmstadt holen. ( phg)

Einlass ist am Freitag, 28. Januar, um 19.30 Uhr.

Auch interessant

Kommentare