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Fontänen im Darmbach

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Nicht der Darmbach, sondern Regenwasser plätschert hier.
Nicht der Darmbach, sondern Regenwasser plätschert hier. © Claus Völker

Bauverein-Direktor Hans-Jürgen Braun schlägt eine Reihe von Wasserspielen in der kahlen Betonrinne vor – und wäre auch bereit, sie zu finanzieren. Das wäre ästhetisch ein Gewinn, würde aber auch Passanten vor Stürzen in den Graben schützen.

Regenwasser dümpelt in der Rinne, Bierbüchsen schwimmen darin, Taschentücher, Pizzaschachteln. Der einst für den Darmbach angelegte Graben vor dem Darmstädter Kongresszentrum ist hässlich – und gefährlich, weil immer wieder Radfahrer hineinstürzen. Wie vergangene Woche nachts, als eine 43 Jahre alte Frau kopfüber in die Rinne fiel und sich schwere Verletzungen im Gesicht zuzog. Könnte man nicht beide Mängel beseitigen, indem man aus der öden Rinne einen schmucken Brunnen macht?

Sowohl Hans-Jürgen Braun, Direktor des Bauvereins, als auch Ruth Wagner, Vorsitzende des Kulturausschusses, erinnern daran, dass sie schon mit ähnlichen Vorschlägen an Baudezernent Dieter Wenzel (SPD) herangetreten sind. Braun hatte sogar angeboten, der Bauverein würde sich an der Finanzierung einer Brunnenanlage beteiligen.

Radfahrer stürzen leicht

Die Idee dazu war ihm auf einer Reise in Darmstadts Schwesterstadt Troyes gekommen. Auf dem Weg dorthin machte er in dem Städtchen Vitry-le-François Station. An der zentralen Place d’Armes bewunderte er das langgestreckte Wasserband, das den Platz säumt, mitsamt einer langen Reihe hüfthoher Fontänen.

Braun hielt das für eine schöne Idee, auch für Darmstadt. Er fotografierte die anmutigen Wasserspiele und schickte die Bilder an Wenzel. „Wir wären auch bereit, mit dem Bauverein zu helfen“, sagt Braun, „als Sponsoring, sei es mit direkter finanzieller Beteiligung, oder indem wir die Planungskosten übernehmen, das hätte man dann aushandeln können“.

Vier Jahre ist das mittlerweile her, der Baudezernent habe nie geantwortet. „Ich habe ihn später noch mal drauf angesprochen, doch auch dann wurde nichts draus.“ Aus Brauns Sicht wäre ein Brunnen die richtige Konsequenz aus dem Scheitern der Darmbachoffenlegung, die mit dem Beschluss der Stadtverordneten am 3. September vergangenen Jahres endgültig ad acta gelegt worden ist. Die Rinne war da längst gebaut. „Aber es war von Anfang an klar, dass wir hier fließendes Wasser haben wollten“, betont Braun. „Da es den Bachlauf nicht gibt, wäre eine Reihe kleiner sprudelnder Fontänen das Richtige. Bei dieser Gelegenheit könnten wir Bodenstrahler einbauen, die das Wasser beleuchten und die Anlage so auch in der Nacht sichtbar machen.“

In der Sitzung der Stadtverordneten im September hatte auch Ruth Wagner (FDP) – die von Brauns älterem Vorschlag nichts wusste – angeregt, „in der Wanne einen Fontänenbrunnen nach Art von Wasserspielen“ zu installieren.

Für den Baudezernenten wäre das eine Chance gewesen, darauf hinzuweisen, dass die Bauverwaltung sich mit diesem Thema schon einmal befasst hatte. „Doch er hat nichts gesagt, auch im privaten Gespräch nicht“, entsinnt sich Wagner. Wenzel ist momentan in Urlaub und lässt sich zum Vorschlag der Wasserfontänen nicht befragen.

Immerhin werden nun Bäume gesetzt zwischen dem Beginn der Ollenhauerpromenade und der Alexanderstraße. Kosten: 32?000 Euro, die Mittel werden der Kostenstelle „Straßenbaumaßnahmen im Zusammenhang mit der Offenlegung Darmbach“ entnommen.

Platz bekommt Bäume

Diese Bäume hatte das vom Stadtplanungsamt angefertigte Freiflächenkonzept für den Platz zwischen Schlossgraben und Kongresszentrum von Anfang an vorgesehen. Der damalige Oberbürgermeister Peter Benz (SPD) jedoch, der das Darmstadtium als sein Baby ansah, wischte die Baumreihe vom Tisch: Man sähe dann ja das schöne Gebäude nicht mehr.

Jutta Habermann, Sprecherin des Darmbach-Vereins, lobt die Entscheidung für mehr Bäume: „Ihr Schatten und die Grasbeete werden etwas von der Sterilität des Platzes nehmen. Mit zusätzlichen Sitzblöcken würde die Rinne deutlicher vom Fußweg abgegrenzt und damit für Passanten leichter erkennbar und sicherer.“ Dass der Darmbach nicht offengelegt wird, bedauert der Verein allerdings noch immer: Würde durch die Rinne Bachwasser fließen, wäre sie „besser wahrnehmbar und verständlicher“. ( ers)

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