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Ab ins Fluggi-Land

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Maximal 30 Kinder werden an der Nauheimer Straße zwischen 6 und 22 Uhr  betreut.
Maximal 30 Kinder werden an der Nauheimer Straße zwischen 6 und 22 Uhr betreut. © Claus Völker

Die Notfall-Kita im Bürgerparkviertel hilft aus, wenn in Hort und Kindergarten Ferien sind.

Es ist Janis´ erster Tag im Fluggi-Land. Vorsorglich erkundigt sich seine Mutter bei Leiterin Kerstin Pickl, ob sie bleiben soll, bis sich ihr Sohn an die fremde Umgebung gewöhnt hat. Doch der lebhafte Dreijährige ist so fasziniert von der bunten Kleinkinderspielecke, dass er keine Notiz mehr von seiner Mutter nimmt - sie kann unbesorgt zur Arbeit fahren. Pickl beruhigt: "Wenn es Probleme gibt, rufen wir Sie an."

Kurz darauf spielt Janis mit Petre (4), den er gerade kennengelernt hat, Softfußball. Valentin (11) und Doreen (7) lassen sich von den beiden Kleinen nicht aus der Ruhe bringen: Sie bemalen Pappröhren, die, mit Steinchen gefüllt, zu Rhythmusinstrumenten werden. Die vier Kinder waren die ersten, die am Montag von der neuen Notfall-Kita im Bürgerparkviertel profitierten.

An der Glastür des Hauses Bad Nauheimer Straße 4 steht ein Name, der mehr Rätsel aufgibt als informiert: Medical Airport Service GmbH, Fluggi-Land. Erst die Fingerfarbengemälde auf der Glasfront lassen vermuten, dass es sich um eine Einrichtung für Kinder handelt. Das Fluggi-Land wurde von der Fraport AG gegründet, um berufstätigen Eltern und Alleinerziehenden eine Kinderbetreuung bei Ausfall der Regelbetreuung - etwa durch plötzliche Erkrankung der Tagesmutter- anzubieten, damit sie arbeiten gehen können.

Auch Rentner helfen aus

Vor einem Jahr hat der Darmstädter Verein "Kooperation Frauen" Kontakt zu Medical Airport aufgenommen und zusammen mit dem Bündnis für Familien, dem Darmstädter Frauenbüro und dem Büro für Wirtschaftsförderung angeregt, eine solche flexible Kinder-Notbetreuung in Darmstadt zu etablieren. Ein Glück für Valentin und Doreen, denn ihr Hort hat jetzt drei Wochen geschlossen. Bei Petre ist es der Kindergarten.

Allerdings können nicht alle berufstätigen Darmstädter Eltern das neue Angebot nutzen, nur solche, die bei einem der Kooperationspartner von Medical Airport beschäftigt sind. Bis um 16 Uhr des Vortages müssen die Kinder angemeldet sein, damit rechtzeitig Honorarkräfte engagiert werden können. Das sind angehende Erzieherinnen oder Sozialpädagoginnen, aber auch Rentner. Die Kinder zwischen einem und zwölf Jahren sollen sich wie in einer Familie geborgen fühlen, erläutert Pickl. Und dazu gehören nun mal Oma und Opa.

Das Erdgeschoss der neuen Einrichtung war früher ein Supermarkt, später ein Büro. Architektin Karin Gerhardt hat den großen zentralen Raum mit Spielinseln aufgelockert, so dass sich die Kinder - maximal 30 können zwischen 6 und 22 Uhr aufgenommen werden - gut verteilen. Für die Älteren wird noch ein Kletter- und Hangelpfad aufgebaut. Das Bad hat eine Matschzone, in der nach Herzenslust mit Schaum und Farben experimentiert werden darf. Ein Nebenraum wird als Schlafsaal genutzt, das Essen liefert ein Caterer. Bei schönem Wetter werden Kinder und Betreuerinnen ausschwärmen und die Spielplätze in der näheren Umgebung erkunden. (pyp) Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.medical-gmbh.de

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