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Flüchtlinge könnten ins Hotel

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Das ehemalige DRK-Tagungshotel könnte als Unterkunft für Flüchtlinge dienen. Allerdings ist das Objekt bereits verkauft. Ob der Verkauf rückabgewickelt werden kann, werde derzeit geprüft.

In Mühltal-Trautheim könnte es im ehemaligen DRK-Tagungshotel eine Möglichkeit geben, bis zu 90 Asylbewerber unterzubringen. Das teilt der Gemeindevorstand in einer Anfrage ans Gemeindeparlament mit. Hintergrund ist, dass sich ein Investor beim DRK gemeldet hat, der das Haus Am Klingenteich kaufen und umgestalten möchte.

„Wir stehen noch ganz am Anfang“, betonte Thomas Wolff, Pressesprecher des DRK-Landesverbands Hessen. Denn eigentlich ist das Tagungshotel, das seit Ende 2013 geschlossen wurde, bereits verkauft. Mit dem jetzigen Investor befinde sich das DRK allerdings im juristischen Streit. Ob der Verkauf rückabgewickelt werden kann, werde derzeit geprüft. „Wir sprechen deshalb über einen Plan B, was den Umbau in eine Flüchtlingsunterkunft betrifft“, sagte Wolff. Wegen der juristischen Auseinandersetzung will der DRK-Sprecher keine weiteren Auskünfte über den neuen Interessenten geben.

Trotz der Ungewissheit, ob es einen Neubeginn mit einem neuen Interessenten gibt, müssen DRK und Gemeinde Mühltal bereits jetzt aktiv werden. Damit der neue Investor – sollte der Verkauf zustande kommen – die Pläne weiter verfolgen kann, muss die Gemeinde Mühltal einen Grundsatzbeschluss zur Unterbringung von Flüchtlingen in dem ehemaligen Tagungshotel fällen.

76 Zimmer mit 129 Betten

Das Tagungshotel verfügt in seiner jetzigen Form über 76 Zimmer mit 129 Betten, darunter Einzel-, Doppel- und Familienzimmer. Im Restaurant haben 100 Gäste Platz. Der Gemeindevorstand steht dem Vorhaben positiv gegenüber und empfiehlt den Ausschüssen und der Gemeindevertretung, zuzustimmen. Der Vorteil dieser Lösung läge vor allem darin, dass die erwartete Zahl von Flüchtlingen, die der Gemeinde Mühltal voraussichtlich 2015 und 2016 zugewiesen werden, dort untergebracht werden könnten.

Damit stünde die Gemeinde weniger unter Zeitdruck, schnellstmöglich eine Wohnanlage in Modulbauweise zu errichten, wie es das Gemeindeparlament im Februar beschlossen hat.

Auch finanziell wäre die Tagungshotel-Lösung für die Gemeinde von Vorteil. Denn der gesamte Umbau würde vom Investor übernommen.

Vorgefühlt hat auch bereits das DRK und Gespräche mit dem Landkreis geführt, wie Thomas Wolff mitteilt. Für zehn Jahre würde der Kreis, der für die Unterbringung von Flüchtlingen zuständig ist, das Tagungshotel anmieten.

Dies alles steht und fällt mit dem Einverständnis der Gemeindevertreter, deren nächste Sitzung für Dienstag, 24. März, 19.30 Uhr, im Bürgerzentrum Nieder-Ramstadt geplant ist.

Der Mühltaler Sport-, Kultur- und Sozialausschuss tagt am heutigen Dienstag, 10. März, 19 Uhr. Treffpunkt ist zunächst die Flüchtlingsunterkunft bei der Firma Azur in der Rheinstraße 48 in Nieder-Ramstadt. Anschließend wird die Sitzung im Nieder-Ramstädter Rathaus fortgesetzt. (eis)

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