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Flüchtlinge finden Schutz im Kloster

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Kreuze wie dieses sollen unangetastet bleiben.
Kreuze wie dieses sollen unangetastet bleiben. © Klaus Holdefehr

Umnutzung in Darmstadt-Dieburg: Die ersten Flüchtlinge werden wohl schon in wenigen Wochen in das leerstehende Kapuzinerkloster einziehen.

Die Zahl der Flüchtlinge im Landkreis wird sich in diesem Jahr deutlich erhöhen. Schon jetzt gibt es Probleme mit der Unterbringung. Da liegt eine neue Nutzung des leer stehenden Kapuzinerklosters in Dieburg nahe. Schon in wenigen Wochen werden dort wohl die ersten Flüchtlinge einziehen.

Dass die Umnutzung beschlossene Sache ist, bestätigten jetzt unabhängig voneinander Frank Horneff als Pressesprecher des Landkreises Darmstadt-Dieburg und Tobias Blum, Pressesprecher des Bistums Mainz, das Eigentümer der Klosteranlage ist. Von Blum stammt die Zeitangabe, dass die ersten Flüchtlinge „in wenigen Wochen, möglicherweise noch im Januar“ einziehen werden, während Horneff darauf verweist, dass aus Sicherheitsgründen ein zweiter Fluchtweg eingerichtet werden muss und man darüber derzeit mit dem Bistum spreche.

Im Dezember habe es eine Besichtigung mit Vertretern des Bistums als Eigentümer, der Stadt Dieburg und des Landkreises gegeben, so der Kreis-Pressesprecher. „Wir freuen uns darüber, dass das Bistum die Türen des Dieburger Klosters für Flüchtlinge öffnen möchte.“

Fragen zum Inventar müssen geklärt werden

Allerdings hat es im Verlauf der Besichtigung Äußerungen zu den in einer solchen Klosteranlage vielfältig vorhandenen Kreuzen gegeben, aus denen in Dieburg schnell das Gerücht geworden ist, wegen der in der Mehrzahl möglicherweise muslimischen neuen Bewohner müssten diese Symbole christlichen Glaubens entfernt werden. Horneff stöhnte in der vergangenen Woche: „Ich bin nur noch mit Dementi beschäftigt.

Eine angebliche Anweisung des Landkreises gibt es nicht. Was es gibt, sind versicherungsrechtliche Fragen zu wertvollem Inventar, darunter Gemälde mit christlichen Motiven, die zu klären sind. Kruzifixe von der Wand zu nehmen, wird vonseiten des Kreises von niemandem verlangt. Wir planen für Ende Januar eine Informationsveranstaltung in Dieburg, um die Menschen vor Ort mitzunehmen und einzubinden.“

Menschen vor Ort mit einbeziehen

Unaufgeregt sieht Dieburgs katholischer Pfarrer Alexander Vogl, der in das Projekt der neuen Nutzung eingebunden ist, die Sache. Er verweist zunächst auf die Verpflichtung der christlichen Nächstenliebe, Menschen in Not eine Unterkunft zu bieten. Ansonsten: „Dass es sich bei dem Komplex um einen Klosterbau handelt, ist sichtbar, und es gibt steinerne Kreuze, an den Wänden und im Garten, die natürlich nicht abgeschlagen werden. Wie allerdings der eigene Wohnraum gestaltet wird, bleibt selbstverständlich dem Nutzer überlassen.“

Soll heißen: Wenn ein Flüchtling sich durch ein dort hängendes Kreuz belästigt fühlt und es deshalb abhängt, gibt es seitens der Kirche nichts zu beanstanden. Abschließend regte der Dieburger Stadtpfarrer aber auch an, bei der Auswahl der Flüchtlinge für das ehemalige Kloster Menschen christlichen Glaubens den Vorzug zu geben. (eda)

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