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Fleischlos glücklich

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Für den Welt-Vegan-Tag am 1. November bietet das „Veelgood“ die passenden Leckereien.
Für den Welt-Vegan-Tag am 1. November bietet das „Veelgood“ die passenden Leckereien. © Karl-Heinz Bärtl

Olivera Miloradovic betreibt in der Mühlstraße ein veganes Diner mit Strandbar-Atmosphäre. Neben dem Essen gibt es Kaffee und Tee in Miloradovics Reich, kalte Getränke ebenso, darunter Fritz-Kola oder Szenegetränke wie die „Proviant“-Zitronenlimonade aus Berlin.

Das Eckgrundstück Mühlstraße/Nieder-Ramstädter Straße in Darmstadt ist ein wohlgewähltes Fleckchen für ein – ja, was ist es eigentlich? Gar nicht so einfach. Sagen wir: eine engagierte Mixtur von veganem Stehcafé, Bistro, Imbiss und Lädchen.

Geschäftsinhaberin Olivera Miloradovic, gebürtige Frankfurterin mit serbischen Wurzeln, hat sich im veganen Einzelhandel in Bornheim („Veganz“) Meriten erworben, kam mit diesem profunden Wissen nach Darmstadt und eröffnete im September das „Veelgood“ in der Mühlstraße 76.

Dieser Name gehört zu den inzwischen allzu beliebten Wortspielchen, die sich nur im Zusammenspiel mit deutsch-englischer Phonetik umsetzen lassen. Denn das V wird im Englischen wie W gesprochen. Der Gag funktioniert also nur im deutschen Sprachumfeld: An Feelgood soll erinnert werden mit veganem V vorne, „und da meine ich Wohlfühlen auf allen Ebenen“, sagt Miloradovic.

Auffällig im Lädchen ist zunächst die Anmutung einer Strandbar auf Belize. Rosa Wandanstrich, hellblaue Holzkisten als Regale, gepunktete türkise Tischdecken. An den Fenstern passende Spruchweisheiten wie diese: „Sobald ein Tier in den Dienst der Menschen gezwungen wird, gehen die Leiden, die es erdulden muss, uns alle an.“ Oder auf Englisch: „Keep calm and eat a cupcake.“

Schüler schauen gerne vorbei

Ruhig bleiben kann man allemal im „Veelgood“, Fleisch wird ja nicht angeboten, und die Cupcakes, die Küchlein mit Guss- oder Cremehaube, sind ohnehin vegan. Alles, alles andere auch: Hotdogs, Döner und Burger sind aus Weizenfleisch gemacht. Weizenfleisch wird produziert, indem bei einem Mehlteig Eiweiß und Stärke voneinander getrennt werden.

Es gibt Kaffee und Tee in Miloradovics Reich, kalte Getränke ebenso, darunter Fritz-Kola oder Szenegetränke wie die „Proviant“-Zitronenlimonade aus Berlin. Die Fruchtgummis sind natürlich gelatinefrei und mit natürlichen Farbstoffen versetzt. Die in Darmstadt ihren Neuanfang wagende Miloradovic bringt viel persönliche Erfahrung mit. Seit 20 Jahren lebt sie vegetarisch orientiert, mit der Geburt ihres Sohnes vor sechs Jahren stieg sie ganz auf vegane Ernährung um. Und fühlt sich besser denn je.

Dass sie gegenüber einer Schule residiert, dem Ludwig-Georgs-Gymnasium, ist für sie eine höchst angenehme Herausforderung. „Das motiviert mich“, stellt sie fröhlich fest. Schüler, die kurz mal reinschneien und irgendetwas zum Essen kaufen, werden konfrontiert mit einem anderen Angebot, einer anderen Idee, einer anderen Philosophie.

„Da kann man wunderbar Impulse geben“, stellt sie fest. Sogar einige Eltern seien schon mal vorbeigekommen, um selbst zu gucken. „Endlich mal was Vernünftiges für die Schüler“, habe eine Mutter gesagt. Und die Lehrerschaft kommt auch. Die Rektorin des LGG habe sich schon als Stammkundin bezeichnet.

Auch deshalb denkt Olivera schon weiter. Zukunftsmusik ist für sie zum Beispiel die Etablierung eines veganen Lieferservices. Aber gemach – erstmal gilt es, ihren verspielten veganen Diner fester zu etablieren. (phg)

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