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Auf Flächensuche im Landkreis

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Neues Lilien-Stadion benötigt Platz und gute Anbindung.

Wo könnte das neue Stadion des SV 98 stehen, wenn ein Umbau am Böllenfalltor nicht möglich ist? Landrat Klaus Peter Schellhaas (SPD) bestätigt erste Gespräche mit der Stadt Darmstadt über die Suche nach einem Alternativstandort, lässt sich aber zu keiner Aussage hinreißen, welche Kommunen und Flächen im Kreis infrage kommen könnten. Er will helfen, betont aber: „Es gibt im Kreis keine Fläche, die planungsrechtlich heute so erschlossen ist, dass man morgen mit dem Bau eines Stadions beginnen könnte.“

Die angrenzenden Kommunen im Westkreis haben zurzeit keinen Standort parat: „Aus dem Ärmel kann ich nichts schütteln. Die Auswahl an geeigneten Flächen ist bei uns sehr eingeschränkt“, sagt die Griesheimer Bürgermeisterin Gabriele Winter (SPD). Es habe zwar noch keine Anfrage von der Stadt Darmstadt oder dem SV 98 gegeben, gleichwohl halte sie den Ansatz aber für richtig, sich auch in der Nachbarschaft umzuschauen. Mit Mut zur Fantasie könnten Lösungen entwickelt werden. „Warum nicht im Bereich der Autobahn 5?“, fragt Winter.

Vor- und Nachteile: Lärmschutz dürfte, umrahmt von Autobahnen, kein Problem darstellen, auch die Anbindung an die Autobahnen könnte gelingen. Allerdings müssten große Flächen Wald gerodet werden. Und zur nächsten Bahn-Haltestelle ist es zu weit.

Für „sehr unrealistisch“ hält Weiterstadts Bürgermeister Ralf Möller (SPD) die Möglichkeit, dass das „Bölle“ nach Weiterstadt kommt. „Es gibt keine städtischen Grundstücke, auf denen das in Weiterstadt möglich wäre“, sagt der Rathauschef. Landwirtschaftliche Flächen gebe es dagegen noch einige im Stadtgebiet. „Theoretisch denkbar ist alles, wenn es denn gewünscht wird“, überlegt Möller. Wo heute Segmüller, Loop5 und Metro stehen, sei vor 20 Jahren auch nur Ackerland gewesen.

Fanbündnis will am Böllenfalltor unbedingt festhalten

Unbebaute Flächen, wie etwa am Industriegebiet von Weiterstadt – neben Metro und Segmüller – wären also eine Möglichkeit. Vor- und Nachteile: Die Fläche wäre verkehrlich gut an die Autobahn anzubinden. Da keine Wohngebiete anschließen, wäre Lärm mutmaßlich kein Problem. Allerdings ist der bestehende Bahnanschluss mehrere Kilometer entfernt, also fußläufig ungünstig zu erreichen.

Eine weitere freie Fläche, die die Stadt Pfungstadt ohnehin als mögliches Gewerbegebiet ausweisen will, liegt zwischen Eschollbrücker Straße und B 426. Auch dieses Areal ist gut mit dem Auto über die A 67 zu erreichen, aber auch dort ist die nächste Schienenanbindung fußläufig ein großes Stück entfernt.

Im Stadtgebiet von Darmstadt bieten sich indes auf den ersten Blick nur Flächen bei Wixhausen und Arheilgen an – unabhängig von der Frage, ob die Grundstücksbesitzer verkaufen würden oder überhaupt Planungsrecht zustande käme. Der Arheilger Standort auf Höhe der S-Bahn-Station bringt einen deutlichen Vorteil: eine direkte Schienenanbindung und dann auch noch an die S-Bahn. Auch die B 3 wäre wohl eine geeignete verkehrliche Erschließung. Ob diese Fläche allerdings in punkto Lärm- und Anwohnerschutz geeignet ist, müsste untersucht werden. Die Fläche bei Wixhausen ist indes verkehrlich nicht so gut zu erreichen. Bei allen genannten Flächen ist überdies unklar, ob sie überhaupt zur Verfügung stünden.

Auch Kerstin Lau, Sprecherin des Fanbündnisses, hat sich mittlerweile zum Stadionstandort zu Wort gemeldet. „Wir stehen weiterhin hinter dem Standort Böllenfalltor und sehen auch keine unüberwindbaren Hindernisse, das Böllenfalltorstadion für die erste Bundesliga zu sanieren“, sagt Lau. „Sollte tatsächlich ein Standort im Landkreis gesucht werden, entspricht dies nicht unseren Vorstellungen. Wir sind Fans des SV Darmstadt 98, nicht des SV Weiterstadt oder des SV Pfungstadt. (ers)

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