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Fischbachtal: Archäologische Forschung auf Schloss Lichtenberg

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Von: Claudia Kabel

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Archäologische Untersuchung im nördlichen Hof auf Schloss Lichtenberg in Fischbachtal.
Archäologische Untersuchung im nördlichen Hof auf Schloss Lichtenberg in Fischbachtal. © privat

Eine Gruppe von Nachwuchsarchäologen will im Schlosshof eine rätselhaft Grube untersuchen. Außerdem wird nach Beweisen für einen früheren Turm gesucht.

Das Lichtenberger Schloss in Fischbachtal (Landkreis Darmstadt-Dieburg) wird im September Ziel einer Ausgrabung der Jugendbauhütte Hessen-Marburg. Diese bietet jungen Menschen die Möglichkeit, ein Freiwilliges Soziales Jahr oder einen Bundesfreiwilligendienst in der Denkmalpflege zu machen. Die aktuell 22 Freiwilligen besuchen zu ihrem Abschlussseminar das Schloss eine Woche lang um Einblicke in die Arbeit der Bodendenkmalpflege zu bekommen, wie das Landesamt für Denkmalpflege mitteilte.

Vor Ort soll mit einem Suchschnitt die Bauweise und Nutzung des Burggrabens auf der Nordseite des Schlosses untersucht werden. Nach aktueller Kenntnislage gehörte er zum Vorgängerbau des heutigen Schlosses, der katzenelnbogenschen Burg aus dem 12. oder 13. Jahrhundert. Dies werde im Rahmen der Untersuchung nun überprüft.

Bewerben für FSJ in der Denkmalpflege

Wer sich , wie die aktuellen Freiwilligen, ab September in der Denkmalpflege ausprobieren möchte, kann sich bei der Jugendbauhütte Hessen-Marburg bewerben. cka

Kontakt: jugendbauhuette.de, E-Mail: fsj.denkmal.he@ijgd.de, Telefon: 06421/309 68 66 oder unter ijgd.de

Wie das Landesamt mitteilte, wird im Schlosshof an einer Stelle der Verlauf der Außenmauer und ein vermuteter Turm der Vorgängerburg gesucht und vermessen. Im Marstall in der nördlichen Vorburg liegt eine holzverschalte Grube ohne bekannte Funktion aus der Vorgängernutzung. Hierzu hat laut Landesamt die Jugendbauhütte Marburg bereits eine neue massive Bodenklappe mit Rahmen aus Eichenholz gebaut, und es werde nun die Grube für eine weitere Nutzung freigelegt.

Nicht nur die Untersuchungs- und Dokumentationstechniken können die Freiwilligen kennenlernen – auch der Umgang mit Funden wird vor Ort gezeigt – so werden zum Beispiel Keramikscherben gewaschen und zusammen mit den anderen Funden beschriftet und verpackt.

Das Vorhaben ist eine Kooperation zwischen dem Internationale Jugendgemeinschaftsdienst, dem Landesamt für Denkmalpflege Hessen/HessenArchäologie Außenstelle Darmstadt, dem Landesbetrieb Bau und Immobilien Hessen und der Verwaltung Schlösser und Gärten in Hessen.

Die Jugendbauhütte wurde 2001 in Romrod gegründet und hat seit 2012 in Marburg ihre Anlaufstelle. Die Einsatzstellen der Teilnehmenden sind über ganz Deutschland verteilt, etwa in Museen, kulturellen oder denkmalpflegerischen Einrichtungen, Vereinen, Handwerksbetrieben und bei Restauratoren.

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