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Fest der Farben

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Wer mit Sonnenbrille kam, hatte gut vorgesorgt.
Wer mit Sonnenbrille kam, hatte gut vorgesorgt. © André Hirtz

3500 junge Menschen feiern mit lauter Musik und fliegendem Farbpulver im Kranichsteiner Schlosspark die „Holi Gaudy“. Von Kopf bis Fuß werden Besucher eingefärbt. Wem es zu bunt wird, kann sich unter eigens installierten Duschen im Schlosspark entfärben.

3500 junge Menschen feiern mit lauter Musik und fliegendem Farbpulver im Kranichsteiner Schlosspark die „Holi Gaudy“. Von Kopf bis Fuß werden Besucher eingefärbt. Wem es zu bunt wird, kann sich unter eigens installierten Duschen im Schlosspark entfärben.

Schon aus einiger Entfernung sind die Bässe aus dem Schlosspark in Darmstadt-Kranichstein zu hören. Um die Mittagszeit strömen am Samstag viele überwiegend junge Besucher zum Festivalgelände am Backhausteich. Die meisten sind unschwer zu erkennen: weiße Shirts, Hosen oder auch Schutzanzüge, wie man sie sonst nur zum Streichen benutzt.

Sie kommen, um „Holi Gaudy“ zu feiern – ein Festival, bei dem zu lauter Musik Farbpulver durch die Luft gewirbelt wird. Seine Wurzeln hat es in Indien. Manche packen auf dem Parkplatz vorsorglich noch schnell das Handy in eine Plastiktüte, andere fotografieren sich gegenseitig für einen Vorher-Nachher-Vergleich. Denn was die Besucher erwartet, ist nicht unbedingt alltäglich.

Bunte Wolken auf Kommando

Bereits kurz hinter dem Eingang zum Park sieht man die ersten von Kopf bis Fuß bunt eingefärbten Gestalten. Von einer Bühne aus sorgen mehrere DJs den ganzen Tag und Abend über für Beschallung mit überwiegend elektronischer Musik. Immer wieder steigen Farbwolken auf, wenn sich die Menschen gegenseitig mit dem bunten Pulver überschütten oder einfach eine Hand voll in die Luft werfen.

„Es ist sehr bunt hier, die Stimmung gefällt mir“, sagt Cora (18), und Simon (17) fügt hinzu: „Man trifft hier sehr viele Leute.“ Die beiden sind schon vollständig bunt eingefärbt. Ein Großteil der Festivalbesucher ist im Schüler- oder Studentenalter. In Scharen strömen im Laufe des Tages immer mehr Leute auf das Gelände – bis zum Abend werden es rund 3500 sein. Je näher man der Bühne kommt, umso bunter werden die Menschen. Das Publikum kommt nicht nur aus Darmstadt: Christian und Matthias (beide 24) sind etwa aus Aschaffenburg angereist.

Die Idee eines Festivals, bei dem die Kombination aus Musik und Farbpulver das Besondere ausmacht, gibt es nicht nur bei „Holi Gaudy“. Inzwischen haben mehrere Veranstalter diese Idee aufgegriffen und organisieren unter verschiedenen Bezeichnungen solche Feste. „Das Grundprinzip ist aber eigentlich das gleiche“, erläutert Ulf Steinecke, Geschäftsführer und Inhaber der Go 2-Convent GmbH, die „Holi Gaudy“ veranstaltet. Darmstadt ist eine von acht Stationen auf der diesjährigen Tour durch Deutschland und die Schweiz. Im kommenden Jahr sollen es schon 30 Stationen in ganz Europa sein.

Direkt vor der Bühne gibt es bald niemanden mehr, der nicht von oben bis unten bunt ist. Dafür sorgen die regelmäßigen Farbwürfe, für die es extra einen Countdown gibt, ehe alle gleichzeitig das Pulver in die Luft werfen.

Das „Gulal Pulver“ besteht laut Steinecke aus zerriebenem Sandstein und ist mit Lebensmittelfarbe versetzt. Zu ernsthaften, gesundheitsgefährdenden Zwischenfällen durch das Farbpulver sei es bis zum Mittag nicht gekommen, berichtet ein Sprecher der Johanniter-Unfall-Hilfe. Einige Besucher hätten Pulver in die Augen bekommen, was sich mit einer Spülung vor Ort aber direkt behandeln ließ.

Und wem es dann irgendwann doch zu bunt wurde, der fand Abhilfe: Im Schlosspark wurden eigens Duschen installiert. (eda)

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