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Ein Fernsehteam im Blauen Salon

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Eine Filmcrew vom HR bevölkert  das Residenzschloss.  André Hirtz
Eine Filmcrew vom HR bevölkert das Residenzschloss. André Hirtz © André Hirtz

Das Darmstädter Schloss ist der Schauplatz des Jahresrückblicks des Hessischen Rundfunks (HR), der am Sonntag, 21. Dezember, um 18 Uhr ausgestrahlt wird.

Ein fast vierzigköpfiges Filmteam hat die Sendung am Mittwoch im Schlossmuseum aufgezeichnet. Warum die Wahl auf Darmstadt fiel, erklärt HR-Redakteurin Martina Launhardt: „Darmstadt hat 2014 eine übergeordnete Rolle in der hessischen Berichterstattung gespielt.“

Der Aufstieg des SV Darmstadt 98 in die Zweite Fußball-Bundesliga, die „Rosetta“-Mission der ESA zum Kometen „Tschuri“, die Wiedereröffnung des Landesmuseums – all das waren Themen, die in Darmstadt spielten. Das Schlossmuseum im Residenzschloss als Drehort überzeugte wegen seines besonderen Ambientes: „Das Jahr hat schon zu viele düstere Facetten gezeigt, da soll das Umfeld des Jahresrückblicks ein festliches sein.“

Der Blaue Salon im zweiten Stockwerk ist einer von sieben Drehorten. Dort werden die Interviews gefilmt. Zu den Gästen gehören Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier und ESA-Flugdirektor Paolo Ferri.

Damit sie, wenn sie von den Moderatoren Holger Weinert und Constanze Angermann befragt werden, auch gut zur Geltung kommen, ist einiges an Vorarbeit gefordert. Deshalb ist bereits am Dienstag ein Team angerückt, um Requisiten aufzubauen und den Raum kameragerecht auszuleuchten. Ein gelbes Sofa mit feinen Holzbeinen und ein dazu passender Sessel sind in einer Ecke drapiert. „Sie passen farblich“, sagt Roswitha Müller vom Schlossmuseum lächelnd.

Sitzmöbel aus dem Sendehaus

Historisch sind sie nicht. Die Sitzmöbel stammen aus dem Fundus des HR – auf den Originalstücken, die sonst dort stehen, darf schließlich niemand Platz nehmen. Was die Zuschauer nicht sehen werden: An allen Flecken, auf die keine Kamera gerichtet ist, türmen sich Kisten, Boxen, Stromkabel und Scheinwerfer. In den Ecken drängt sich die Crew.

Zu einem Trick musste das Filmteam greifen: Ein Fenster im Hintergrund einer Szene ist von außen mit blauer Folie abgeklebt. Der Grund: Während der Dreharbeiten ist es teilweise noch hell, die Sendung wird aber abends ausgestrahlt. „Dadurch soll der Eindruck entstehen, dass der Dreh an einem Abend stattgefunden hat“, erklärt Aufnahmeleiter Manuel Körner.

Am Drehtag betritt Moderatorin Constanze Angermann den Salon, ihr Kollege Holger Weinert ist schon da. Beeindruckt blickt sich Angermann um: „Guck mal, Holgi, hier könnten wir schön wohnen!“ Der ist gerade mit etwas anderem beschäftigt: „Wo ist Alexandra?“, ruft Weinert und läuft suchend durch die Räume. Da kann ihm eine Mitarbeiterin des Schlossmuseums weiterhelfen: Das Bild der Zarin hängt gleich um die Ecke.

Als Aufnahmeleiter Körner „Ruhe am Set“ ruft, sind die Plauschereien vorbei: Wer nicht gebraucht wird, verschwindet im Nebenraum. Am Drehort sind nur noch Kamera- und Tonleute, Kabelträger und natürlich die Menschen vor der Kamera – immer noch eine ganze Menge Leute.

Nach den Talkgästen Paolo Ferri und Lanna Idriss – einer Frankfurter Bankerin, die syrischen Flüchtlingskindern hilft –, geht es in den ersten Stock, wo bereits ein Team wartet. Die Moderatoren werden sanft auf ihre Positionen geschoben und von der Visagistin nachgepudert. Weinert und Angermann gehen ihren Text noch einmal durch. Schon erschallt der Ruf: „Alles auf Anfang!“ Der wird an diesem Tag noch oft zu hören sein: Bis spät in den Abend wird gedreht. (ers)

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