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Vom „Langen Lui“ auf dem Luisenplatz führte die Demo-Parade zum Festgelände auf dem Karolinenplatz rund um das Hessische Staatsarchiv.

CSD

Feiern im Zeichen des Regenbogens

Rund 2800 Teilnehmer bei der neunten Auflage des Christopher Street Day.

Love is love! Happy pride!“ rief Darmstadts Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne) lautstark und euphorisch, als er am Samstagnachmittag anlässlich das Open-Air-Festes den Christopher Street Day auf dem Karolinenplatz eröffnete. „Feiert jede Farbe des Regenbogens“, rief Partsch den fröhlichen und bunt gekleideten Menschen zu, die zuvor an einer Demo-Parade durch die Darmstädter Innenstadt teilgenommen hatten. Die Polizei schätzte, dass rund 2800 Menschen an der neunten Auflage des CSD teilgenommen haben, der vom Darmstädter Verein vielbunt unter dem Motto „Zusammen. Vielfältig. Solidarisch“ organisiert wurde. Partsch bezeichnete die Parade und das Fest, das erstmals auf dem Platz rund um das Hessische Staatsarchiv veranstaltet wurde, als „politischsten CSD in Hessen“.

Anstelle von Kamellen wie bei Karnevalsumzügen wurden von der Grünen Jugend, den südhessischen Schwusos und Anhängern der Linken Kondome in die Menge geworfen, um etwa „für mehr Nahverkehr“ zu werben oder die Botschaft „Be yourself (Sei du selbst!) zu transportieren. Vertreter der Vereinigung „Lesben und Schwule in der Union“ (LSU) verteilten an ihrem Stand auf dem Karolinenplatz „Kostenlose Samenspenden“, um Hessen „bunter zu machen“. In den Briefumschlägen befanden sich zweieinhalb Gramm einer „bibelfreundlichen Mischung verschiedenster Sommerblumen“ für den heimischen Garten oder den Blumenkasten. Timo List, der Mitglied im LSU-Landesvorstand ist, sagte, er schätze am Darmstädter CSD „das lockere Miteinander und den intensiven Austausch“ mit anderen Gruppierungen.

Die Veranstalter hatten den LSU-Stand zwischen denen der Darmstädter Grünen und des Bündnisses „Feministischer Streik Darmstadt“ platziert. Guilia Bender erläuterte, der Zusammenschluss linkspopulistischer Gruppen und Einzelpersonen setze sich dafür ein, „Frauen und queere Menschen zu mobilisieren, um sich gegen die patriarchalen Strukturen zusammenzuschließen“.

Am Montagabend wurde im „Café 221 qm“, Hochschulstraße 1, eine Fotoausstellung eröffnet, die die lateinamerikanische Frauenbewegung „Ni una Menos („Nicht eine weniger!“) vorstellt, die sich weltweit gegen Sexismus und machistische Gewalt einsetzt. Die Ausstellung kann noch bis zum 2. September während der Öffnungszeiten des Cafés besichtigt werden. Das feministische Bündnis trifft sich jeden ersten Dienstag im Monat um 19 Uhr in den Räumen der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, Gagernstraße 8, in Darmstadt.

Premiere in Martinskirche

Bereits am Freitagabend war in der evangelischen Martinskirche am Riegerplatz unter dem Motto „Du bist keine Laune der Natur – Gott liebt dich, so wie du bist“ zum ersten Mal ein ökumenischer Gottesdienst im Rahmen der Darmstädter CSD-Aktionswoche gefeiert worden. Der Katholik Martin Behringer kritisierte während des Gottesdienstes Stellungnahmen von Kardinälen zur Sexualmoral und zu Homosexualität. Gleichgeschechtliche Beziehungen sollten „respektiert und akzeptiert“ werden, äußerte Behringer. „Es gibt noch viel zu tun“, sagte der 25-Jährige, der bei der Demo-Parade am Samstag durchaus fröhlich und stolz den Wagen des Vereins vielbunt an der Spitze des Zuges eskortierte.

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