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Familienfeier mit Oldtimer

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Zum 15. Mal stehen beim Klassikertreffen in Rüsselsheim ältere Fahrzeuge im Mittelpunkt des Interesses.
Zum 15. Mal stehen beim Klassikertreffen in Rüsselsheim ältere Fahrzeuge im Mittelpunkt des Interesses. © Hans Dieter Erlenbach

Beim Klassikertreffen am Sonntag, 28. Juni, versammeln sich zum 15. Mal die Oldtimerfreunde zum Sehen und Gesehen werden rund um die Opelvillen und im Stadtpark.

Heinz Zettl und Werner Kasper kennen die fahrbare Motorsäge von Johann Georg Ewald noch aus ihren Kindertagen. Mit ihr fuhr der Treburer von Ort zu Ort, um der Bevölkerung das Brennholz zu sägen.

Dass in den Nachkriegsjahren die seltsamsten Eigenbauten von Fahrzeugen unterwegs waren, sei nichts Ungewöhnliches, sagen die beiden Initiatoren des Klassikertreffens. Dass die Motorsäge aber auf einem noblen Maybach DSH installiert war, sei doch spektakulär. Nur 50 Exemplare wurden davon gebaut, stolze 25 000 Reichsmark kostete der Wagen mit sechs Zylindern, 130 PS und 5,1 Liter Hubraum. Umso mehr freuen sich die beiden zusammen mit Opel-Classic-Chef Uwe Mertin und Ralf Keil vom städtischen Kulturbetrieb Kultur123, dass sie dieses Gefährt beim Klassikertreffen am Sonntag, 28. Juni, präsentieren können, wenn sich zum 15. Mal die Oldtimerfreunde zum Sehen und Gesehen werden rund um die Opelvillen und im Stadtpark versammeln.

Mit rund 2000 Fahrzeugen und 25 000 Besuchern rechnen die Organisatoren wieder. Eingeladen sind die Besitzer von Autos, Traktoren, Motorrädern und Fahrrädern bis zum Baujahr 1985. Das Klassikertreffen in Rüsselsheim sei die größte eintägige Oldtimerveranstaltung in Deutschland, ruft Heinz Zettl, Uwe Mertins Vorgänger in der Leitung der Klassikabteilung von Opel, in Erinnerung. Zwischen 10 und 16 Uhr ist die Ausstellung zu sehen. Es soll wieder ein Treffen für die ganze Familie werden.

Kommerz draußen halten

Die Aussteller und Besucher dürfen gerne ihre Picknickkörbe und -decken ausbreiten oder mit Campingtischen und -stühlen sommerliche Festtafeln aufbauen. „Weiße Tischdecken, silberne Kerzenleuchter, das gab’s alles schon“, skizziert Zettl die Atmosphäre. Um den Kommerz draußen zu halten, gibt es weder einen Teile- und Zubehörverkauf noch wird Eintritt verlangt. Mehrere Gastronomen sowie Musikgruppen und Kleinkünstler versorgen die Besucher mit Essen, Getränken und zusätzlicher Unterhaltung.

Der zur mobilen Säge umgebaute Maybach steht im Technikmuseum in Sinsheim. Von dort wird das außergewöhnliche Schätzchen im verschlossenen Transporter nach Rüsselsheim gebracht – ein anspruchsvolles Unterfangen, wie die Oldtimerexperten berichten.

Eine andere Rarität fährt Opel-Vorstandsvorsitzender Karl Thomas Neumann vor: Er ist stolzer Besitzer eines türkisgrünen Diplomat A V8 Coupé Baujahr 1966. Auch dieses Modell ist eine Rarität, 1965/66 exakt 347 Mal gebaut. Es ist das Fahrzeug mit Seriennummer 347, das Neumann vom einem privaten Verkäufer in Holland ergattert hat, wie Uwe Mertin berichtet.

Einst schnellstes Serienfahrzeug

„Der Diplomat A Coupé war zu seiner Zeit das schnellste Serienfahrzeug in Deutschland“, betont Heinz Zettl. Der 230 PS starke Motor brachte 206 Sachen auf die Straße. Zusammen mit Neumann schickt Opel ein weiteres Modell des in diesem Jahr 50 Jahre alten Diplomat A Coupé auf die Straße, mit Oberbürgermeister Patrick Burghardt (CDU) an Bord. Gegen 10.45 Uhr wollen die beiden an den Opelvillen eintreffen.

Noch weitaus betagter ist der Admiral, der nach fast 80 Jahren den Weg ins Werk zurück fand, und den Opel voller Stolz am Sonntag der Öffentlichkeit präsentiert. 1939 gebaut, befand sich der Wagen zuletzt über 30 Jahre ins Besitz eines Mönchengladbachers, der ihn jetzt Opel Classic schenkte.

Der großzügige Spender, ein paar Jahre älter noch als der Admiral, ist Ehrengast beim Klassikertreffen. Ein anderer Ehrengast an diesem Tag ist Rennfahrer Jockel Winkelhock, dreimaliger Deutscher Tourenwagenmeister, 1999 Sieger des 24-Stunden-Rennens von Le Mans und heute Opel-Markenbotschafter. (vol)

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