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Familien wollen Offiziers-Häuser

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Die Nachfrage nach den 32 Doppelhaushälften und vier Einzelhäusern der Barbara-Siedlung ist groß.

Die St. Barbara-Siedlung ist ein Kulturdenkmal. Die 32 Doppelhaushälften und vier Einzelhäuser, in denen bis 2008 Offiziere der US-Armee wohnten, gelten als stadtgeschichtlich bedeutsam. Das hat Konsequenzen für die Käufer. Sie müssen sich beim Renovieren nach dem Denkmalschutz richten.

Dem Interesse tut dies keinen Abbruch. "Die Nachfrage ist groß", sagt der Geschäftsführer der Grundstücksentwicklungs- und Verwaltungsgesellschaft Darmstadt (GVD), Martin Bullermann. Das Unternehmen hatte im Sommer die Siedlung vom Bund gekauft und veräußert die Gebäude nun an Privatleute. Elf Häuser sind schon verkauft, weitere zwölf reserviert, 13 noch zu vergeben. Zur Besichtigung kamen rund 300 Interessierte.

Seit 1957 kaum verändert

Vor allem Familien jüngeren und mittleren Alters interessieren sich nach Angaben Bullermanns für die Häuser. Sie müssen für eine Haushälfte mit einer Wohnfläche von 135 Quadratmeter je nach Grundstücksgröße 260 000 und 340 000 Euro zahlen. Einzelhäuser (Wohnfläche bis zu 205 Quadratmeter) kosten zwischen 420 000 und 550 000 Euro.

Die Häuser sind seit ihrem Bau im Jahre 1957 kaum verändert worden, erhielten in den 80er Jahren bloß eine bessere Wärmedämmung. Entsprechend ist der Renovierungsbedarf. "Man kann aber auch ohne Vorarbeiten einziehen", sagt Bullermann. Wer sich jedoch zur Sanierung entschließt, muss sich nach dem Denkmalschutz richten. Denn der Charakter der Siedlung darf nicht verändert werden. So steht es im Bebauungsplan. Ein Renovierungsbeispiel zeigt ein als Musterhaus hergerichtetes Gebäude.

Die Walmdächer müssen erhalten bleiben, Dachfenster dürfen eine bestimmte Größe ebenso wenig überschreiten wie Solarkollektoren. Wer die Fassade neu anlegt, hat fünf Töne zur Auswahl mit passenden Farbpaletten für Türen und Carport.

Bevor die neuen Eigentümer einziehen können, muss auch die GVD noch einiges erledigen. Für kommende Woche sind nach Auskunft von Bullermann Kanalbauarbeiten geplant. Zudem erhält die Edisonstraße einen neuen Belag. Der Beton verschwindet, die schmalere Fahrbahn wird asphaltiert. Auch werden alle Hausanschlüsse erneuert.

Für Ende dieses Jahres rechnet Baudezernent Dieter Wenzel (SPD) mit der Genehmigung des Bebauungsplans für die Siedlung. Dann können die sieben zusätzlich geplanten Einzelhäuser gebaut werden. (rf)

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